Madenfreies Obst – mit Sicherheit
1. Das Problem
In Äpfeln, Birnen, Zwetschen und Kirschen finden sich Maden, die die Früchte ungenießbar machen. Landläufig werden die Maden als „Würmer" bezeichnet, eigentlich sind es aber Larvenstadien von Insekten. Wenn sich die Larven in die Früchte einbohren, hinterlassen sie ein kleines Loch, durch das Pilze eindringen können, die die Früchte zerstören.
Die Bekämpfung im Hausgarten ist schwierig: Pheromonfallen sind wirkungslos. Die Behandlung mit Granuloseviren ist teuer und nur wirksam, wenn diese sehr häufig ausgebracht werden.
2. Die Ursachen
Äpfel (und zuweilen Birnen) werden vom Apfelwickler, Zwetschen vom Pflaumenwickler befallen. Die nachtaktiven Falter legen ihre Eier meist ab Ende Mai in der Nähe der Früchte ab. Daraus schlüpfen die Larven, die sich in die jungen Früchte einbohren, dort heranwachsen und sich später im Boden verpuppen. Oft gibt es eine zweite Faltergeneration, die im August Eier auf die Früchte ablegt, aus denen die Larven schlüpfen, die sich in den reifen Früchten befinden.
Die Kirschfruchtfliege legt ihre Eier hauptsächlich ab, wenn die Früchte von grün auf gelb färben.
3. Die Lösung
Die umweltschonendste und sicherste Methode ist es, die Falter davon abzuhalten, Eier auf den Bäumen abzulegen. Dazu werden die Bäume mit feinmaschigen Netzen bedeckt. Wir empfehlen stabile Rantai-Kulturschutznetze. Diese können Sie in breiten Bahnen am Bayerischen Obstzentrum erwerben.
Entscheidend sind die Zeitpunkte, zu denen die Netze aufgelegt und wieder abgenommen werden. Diese orientieren sich am Flug der Falter. Die Säcke müssen meist von Ende Mai bis Mitte August auf den Bäumen bleiben, bei Kirschen reichen zwei Wochen. Die exakten Termine können Sie im Newsletter des Bayerischen Obstzentrums erfahren. Die Netze müssen am Baumstamm festgebunden und dürfen nicht am Boden abgespannt werden.
Kosten pro Jahr unter 4 €/Baum und viele weitere
Vorteile
Wir haben für Sie anwendungsfertige Netze von einem weltweit
führenden Hersteller in Israel fertigen lassen. Sie zeichnen sich durch
hohe Stabilität gegen UV-Strahlen, hohe Dichtigkeit und lange
Lebensdauer aus. Wenn Sie das Netz mit etwas Vorsicht handhaben,
insbesondere beim Auflegen auf den Baum nicht zu sehr gegen starke Äste
scheuern lassen und lichtgeschützt aufbewahren, wenn Sie es gerade nicht benützen, hält das Netz wenigstens 8 Jahre, meist länger. Somit
kommen Sie auf Kosten von unter 4 €/Jahr. Bei richtiger Anwendung (s.
u.) sind die Früchte zu über 95 % madenfrei. Zusätzlich ist der
Baum gegen Hagelschlag geschützt, und der Ausfall durch faules
Obst ist deutlich geringer als ohne Netz, weil die Früchte keine
Löcher durch Madenbefall aufweisen, durch die Fäulnispilze eindringen
könnten.
Hier können Sie das
Netz online bestellen und erfahren, wie es genutzt wird.
Anbringung:
Vorbereitung: Ist die Spitze des Baumes bereits über den Pfahl hinausgewachsen, empfiehlt es sich, den Pfahl zu verlängern. Befestigen Sie dazu einen neuen Pflock mit drei schwarzen Kabelbindern am oberen Teil des bestehenden Pflocks so, dass der hinzugefügte Pfahl über die Kronenspitze hinausragt (s. Bild rechts). Um das Netz beim Auflegen nicht zu beschädigen, ziehen sie über das Ende des Pfahls einen Schutz. Z. B. können Sie eine stabile, mit etwas Papier ausstaffierte Plastiktüte mit einer Schnur am Pfahlende befestigen.
- Raffen Sie das Netz dann wie einen Strumpf zusammen und stülpen Sie es von oben über den Baum. Spannen Sie das Netz nicht am Boden ab, sondern schlagen Sie es um Stamm und Pfahl und befestigen Sie es dort stabil mit dem mitgelieferten Kunststoffbinder.
- Achten Sie darauf, dass das Netz beim Auflegen nicht durch starre Äste oder scharfkantige Aststummel beschädigt wird.
Anwendungszeitpunkt (lesen Sie dazu untenstehend auch Punkt 4 ► Kostenloser Newsletter ):
Für Kirschen (gegen Befall mit den Maden der Kirschfruchtfliege):
Legen Sie das Netz auf,
wenn die Früchte groß, aber noch nicht gelblich geworden sind. Sobald
die
Früchte rötlich werden, können Sie die Netze wieder abnehmen.
- Für Äpfel
und Birnen (gegen Befall mit den Maden des Apfelwicklers):
Sie erhalten von
uns eine E-Mail, wann Sie das Netz auflegen und abnehmen müssen (s. Punkt 4 ► Kostenloser Newsletter ). Der
Zeitpunkt
schwankt von Jahr zu Jahr je nach Witterung. Meist ist es die Zeit
zwischen
Anfang Juni und Anfang August.
- Für Pflaumen, Zwetschen, Mirabellen, Renekloden (gegen
Befall mit den Maden des Pflaumenwicklers):
Sie erhalten von uns eine E-Mail, wann Sie das Netz auflegen und
abnehmen
müssen (s. Punkt 4 ► Kostenloser Newsletter ). Der Zeitpunkt schwankt von Jahr zu Jahr je nach Witterung.
Meist ist es
die Zeit zwischen Ende Mai und Ende Juli.
- Für Pflaumen, Zwetschen, Mirabellen, Renekloden (gegen Pflaumensägewespe):
Legen Sie die Netze sofort gegen Ende der Blüte (wenn die letzten
Blütenblätter noch
nicht abgefallen sind) auf und nehmen Sie die Netze 10 Tage später
wieder ab.
Während der Blüte darf das Netz noch nicht aufgelegt sein, weil sonst
die
Bienen die Blüten nicht erreichen können.
Hinweis: Bevor Sie das Netz auflegen, kontrollieren Sie die
Bäume auf Befall mit Blattläusen. Wenn Sie Blattläuse finden, bekämpfen
Sie sie
vorher mit einem Mittel Ihrer Wahl, z. B. „Spruzit Schädlingsfrei“.
(Bitte aktuelle Zulassungssituation
beachten. Werfen Sie dazu einen Blick in die Broschüre „Pflanzenschutz im Haus-
und Kleingarten" , die das Land Baden-Württemberg alljährlich
herausbringt.
4. Kostenloser Newsletter
Das Bayerische Obstzentrum versendet als kostenfreie Serviceleistung etwa drei Mal pro Jahr einen Newsletter, der über die Montage und das Auflegen und Abnehmen der Madenschutznetz informiert. Senden Sie uns Ihre E-Mailadresse mit dem Stichwort „Madenfreies Obst“ (
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
)! Im Newsletter sind außerdem Hinweise zu saisonal anfallenden Arbeiten im Obstgarten enthalten.
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