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Häufig gestellte Fragen zum Obstanbau

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Ende August oder Anfang September beginnen manche Apfelbäume heuer zu blühen. Blüten stehen zwischen reifenden Früchten. Spielt die Natur verrückt? Die Knospen, aus denen im kommenden Frühjahr die Blüten erscheinen, werden bereits in diesem Jahr angelegt. Jetzt im September ist schon entschieden, aus welchen Knospen sich im Frühjahr Blüten entwickeln. Die Knospen treiben aber jetzt noch nicht aus. Innere Faktoren, die der Baum selbst bildet, hindern sie daran. (Aus Sicht des Baumes macht das Sinn: Würden sie jetzt austreiben, könnten sich vor Wintereinbruch keine Früchte mit lebensfähigen Samen mehr ausbilden.) Später im Jahr, wenn die Vegetationsperiode endet, haben sich bestimmte Hemmstoffe in den Knospen gebildet, die einen Austrieb verhindern. Erst, wenn eine gewisse Zeit lang Kälte auf die Knospen einwirkt, ist diese Austriebshemmung abgebaut. Dann verhindern nur noch die kalten Wintertemperaturen, dass die Knospen schwellen und austreiben. Dieses Kältebedürfnis ist je nach Obstart und -sorte unterschiedlich groß. Solche mit niedrigem Kältebedürfnis können für Barbarazweige verwendet werden. Ihre Knospen sind schon Mitte Dezember austriebsbereit. Das ist der Normalfall. Nun kann es vorkommen, dass die Austriebshemmung der Knospen im Spätsommer aufgehoben wird. Das kann zum Beispiel folgende Gründe haben:

  • starker Rückschnitt im Sommer

  • starker Hagelschlag, bei dem die Blattfläche stark reduziert wird,

  • Trockenheit, die von einer Phase mild-feuchter Witterung abgelöst wird.

Wessen Obstbaum jetzt eine zweite Blüte zeigt, muss nicht beunruhigt sein. Lassen Sie den Baum verblühen und erfreuen Sie sich am Blütenflor. Schneiden Sie danach die kleinen Früchtchen, die sich bilden, einfach ab. Auf den Ertrag im kommenden Jahr hat die jetzige Blüte keinen relevanten Einfluss: Es öffnen sich im Spätsommer immer nur ganz wenige Blüten, es bleiben ausreichend viele für das kommende Frühjahr übrig.

Bäume, die jünger als fünf Jahre sind, können durch Hasenfraß zum Absterben gebracht werden. Beugen Sie also vor, wenn bei Ihnen Feldhasen auftreten!

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Oftmals sieht man gekräuselte Blätter am Zwetschenbaum. Nicht immer sind (nur) Blattläuse dafür verantwortlich. Auch ein Befall mit Thripsen wird in den letzten Jahren immer häufiger beobachtet.

Anders als Blattläuse sind Thripse nicht leicht auf den Pflanzen zu finden, da sie sich bei Erschütterung oft fallen lassen.

Nützlinge werden die Thripse vertilgen, das kann allerdings auch etliche Wochen dauern. Wenn der Befall sehr stark ist, können Sie das im Bioanbau zugelassene Insektizid Neem Azal zur Behandlung verwenden. Achtung: Birnbäume vertragen Neem Azal nicht, zumindest etliche Birnensorten. Daher darf auf Birnbäume keine Abdrift bei Neem-Behandlungen gelangen. Im Wesentlichen besteht aber kein Grund zu großer Sorge: Selbst, wenn gar nichts unternommen wird, wird der Baum nicht dauerhaft Schaden nehmen.

Ja. In den ersten Standjahren alle, auch Halb- und Hochstämme. Nach ca. 6 Jahren sind sie meist standfest. Kleinkronige Obstbäume brauchen zeitlebens einen Pfahl. Ihre Wurzeln sind nicht so weitreichend und stabil, dass sie den kleinen Baum, der sehr viele Früchte tragen kann, bei Sturm und Orkan fest im Boden verankern. Setzen Sie gleich bei der Pflanzung einen dauerhaften Pfahl. Am besten haben sich Robinienpfähle bewährt. Sie sind - auch nicht imprägniert - länger haltbar als Eichenpfähle. Nicht imprägnierte Kiefern- oder Fichtenpfähle faulen viel zu schnell ab. Dann gibt es keine Freude mehr mit den Obstbäumen: Sie fallen bei Sturm um und sterben mitunter ab.

Denken Sie bitte auch daran: Der beste Pfahl nutzt nichts, wenn der Baum nicht stabil angebunden ist. Stabil heißt nicht, dass der Stamm ganze eng am Pfahl anliegen muss. Der Baum soll nur nicht umfallen.

Dazu passende „Fachinformationen“

Nein. Rindenmulch gehört nicht auf die Baumscheibe, Hackschnitzel schon gleich gar nicht. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Unter der Rindenmulchschicht fühlen sich Mäuse, auch Wühlmäuse, sehr wohl und bleiben oft unentdeckt. Sie können Wurzeln und den Stammgrund junger Bäume so schädigen, dass diese absterben.
  • Rindenmulch und Hackschnitzel bestehen aus pflanzlichem Material, das von Mikroorganismen abgebaut wird. Wärme und Feuchtigkeit fördern diesen Prozess. Dabei wird zunächst dem Boden, in dem die Bäume wurzeln, Stickstoff entzogen, und der Baum kann daher unter Stickstoffmangel leiden. Mit fortschreitendem Abbauprozess werden dann - oft innerhalb kurzer Zeit - große Mengen an Stickstoff freigesetzt.

Im Sommer und Herbst brauchen Obstbäume aber gar nicht mehr so viel Stickstoff. Wird er den Pflanzen trotzdem zur Verfügung gestellt, treiben sie spät im Jahr noch einmal junge Blätter. Das mindert die Frosthärte des Holzes, holzzerstörende Pilze wie der Erreger des Obstbaumkrebses haben dann leichtes Spiel bei der Infektion der Pflanzen. Auch können Pilzkrankheiten wie der Apfelschorf sich auf jungem Blattgewebe sehr leicht vermehren und den Infektionsdruck in der Anlage unnötig erhöhen.

Die Baumscheibe kann man mit niedrig bleibenden Sommerblumen bewachsen lassen, oder man mulcht sie alle paar Wochen mit einer dünnen Schicht aus Rasenschnitt.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Hier saugt die Blattgallmilbe an den Blättern. Im ausgehenden Frühjahr sieht man an vielen Weinstöcken Blätter, deren Oberfläche sich pustelartig, manchmal sogar flächig erhebt. Bei vielen Sorten färben sich diese Erhebungen rötlich, das ist aber nicht immer der Fall. Auf der Blattunterseite finden sich unterhalb der Erhebungen verbräunte Stellen, die oft woll- oder filzartig ausgekleidet sind.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Besonders in Jahren mit feuchter Witterung im Frühjahr und Sommer breiten sich zwei Krankheiten aus. Aus den Blättern fallen rundliche Löcher heraus. Verursacht werden diese Symtpome entweder vom Bakterium Pseudomonas sygrinae oder von einem Pilz, dem Erreger der Schrotschusskrankheit. Der Name ist Programm: Die Blätter sehen aus, als hätte jemand mit der Schrotflinte hindurchgeschossen.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Das sind Symptome des Birnengitterrosts. Bei Befall erscheinen ab Juni orangefarbene, ovale bis kreisförmige Flecken auf den Blättern, auf der Blattunterseite bilden sich ab August unansehnliche Pusteln aus. Weil er so auffällige Symptome entwickelt, ist der Birnengitterrost landläufig weit bekannt. Seine Bedeutung ist aber marginal: Fast nie ist der Befall so stark, dass die Bäume nennenswerten Schaden nehmen. Und wen die Flecken des Birnengitterrosts wirklich zu stark stören, der kann den Birnengitterrost mit zwei Netzschwefelbehandlungen im Zaum halten: Sie werden etwa zwei und vier Wochen nach der Blüte gesetzt, sind aber nur erforderlich, wenn es feucht ist. Bei trockener Witterung im Frühsommer tritt der Birnengitterrost nämlich kaum auf.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Braun-schwarze Flecken auf den Blättern und Früchten kommen bei Quittenbäumen in Jahren mit hohen Niederschlägen im Frühjahr und Sommer vor. Eine Pilzart gilt als Hauptverursacher für die Quittenblattbräune.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Das sind Symptome des Pflaumen- oder Zwetschenrosts, eines Pilzes, der sich in den Blättern der Bäume eingenistet hat. Die Sporen legen sich als feiner brauner Staub auf Händen und Kleidung ab, wenn die Zwetschen geerntet werden.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Gekräuselte Blätter an den jungen, wachsenden Trieben bei Pflaumen-, Zwetschgen-, Renekloden- oder Mirabellen-bäumen können zwei Ursachen haben: Blattläuse oder Weichhautmilben. Blattläuse sind mit dem bloßen Auge gut auszumachen, zudem zeigen Ameisen an, dass Blattläuse vorhanden sind. Sind aber keine Läuse auszumachen, haben sich sog. Weichhautmilben übermäßig vermehrt. Unter einer guten Lupe oder dem Binokular lassen sich diese Milben als „Weißwürste mit acht Beinen“ ausmachen. Mit bloßem Auge sind sie nicht zu erkennen. Auf der Blattunterseite sind sie am zahlreichsten.

Nennenswerter Befall kommt aber nur bei jungen Bäumen vor. Im Extremfall kann man mehrmals im Abstand von fünf Tagen mit einem Netzschwefel-haltigen Präparat behandeln, das dezimiert den Milbenbestand beträchtlich. (Hinweis: Nur in den Abenstunden und nicht während Hitzeperioden (über 30 °C) behandeln.)

Normalerweise ist dies aber nicht erforderlich. Sobald sich Nützlinge auf den Bäumen angesiedelt haben, verhindern diese die explosionsartige Vermehrung der Weichhautmilben.

Auch Früchte können von Weichhautmilben befallen und geschädigt werden. An älteren Bäumen ist der Befall von Früchten aber sehr selten.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Es handelt sich um einen Befall mit Blutläusen. Das ist eine bestimmte Lausart, die bevorzugt die Rinde und Rindenverletzungen von Apfelbäumen befällt. Zerdrückt man sie, tritt eine rote Flüssigkeit aus.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Bei feuchter Witterung kann der Falsche Mehltau (Peronospora) Blatt und Frucht der Weinrebe fast ganz zerstören. Bei trocken-warmer Witterung tritt der Echte Mehltau (Oidium) auf. Abhilfe im Hausgarten bringen nur pilzwiderstandsfähige Sorten.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Feuerbrand zählt zu den Bakterienkrankheiten, die sehr gefährlich für Kernobstbäume sein können. Aber bitte geraten Sie nicht gleich in Angst und Schrecken, wenn sie typische Symptome auf ihren Bäumen finden. Gott sei Dank ist es häufig nicht der Feuerbrand, der diese Symptome verursacht…

Ein charakteristisches Symptom des Feuerbrands sind junge Langtriebe, deren Spitze sich hakenförmig krümmt und von der Spitze her vertrocknen. Das geht oft sehr schnell, und die Triebspitzen sehen dann aus wie vom Feuer verbrannt.

Fast die gleichen Symptome verursachen bei Birne und Apfel auch Insekten: die Birnen- bzw. Apfeltriebwespe.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Gespinstmotten werden ihrem Namen augenfällig gerecht: Die Raupen leben gesellig in Gespinsten, in die Blätter, gelegentlich auch kleinere Triebe verwickelt sind. Die Raupen fressen die dem Gespinst benachbarten Triebe mitunter kahl.

Es gibt viele verschiedene Arten von Gespinstmotten, darunter die Apfelbaumgespinsmotte und verschiedene Glucken-Arten. Die Gespinste mitsamt den Raupen werden - noch ehe die Raupen groß geworden sind - herausgeschnitten. Dies ist die sicherste und nachhaltigste Bekämpfung des Schaderregers.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Die Scharkakrankheit ist eine gefährliche Viruserkrankung im Obstbau. Sie ist v. a. bei Aprikosen, Pfirsichen, der Europäischen und der Japanischen Pflaume bekannt. Hervorgerufen wird sie durch das sogenannte Plum pox virus (PPV). Es wird von verschiedenen Blattlausarten von kranken auf gesunde Pflanzen übertragen. Oft, aber nicht immer, bilden sich bei befallenen Bäumen Symptome auf Blättern und Früchten aus. Bei manchen Sorten, z. B. bei der altbekannten ‘Hauszwetsche’, fallen bis zu 80% der Früchte vor der eigentlichen Reife vom Baum. Die verbleibenden Früchte zeigen Einsenkungen auf dem Fruchtfleisch, unter denen es sich braunrot verfärbt und verhärtet. Der Säuregehalt der Früchte steigt, der Zuckergehalt sinkt. Die Früchte sind weitgehend ungenießbar.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Wenn Sie Johannis-, Stachel- und Jostabeeren als Spindeln erziehen, ernten Sie deutlich größere Beeren an längeren Trauben – und all das auch noch bequem im Stehen.

Die Beerenobstspindel besteht aus einer zentralen senkrechten Achse, von der relativ kurze Seitentriebe abzweigen, die die Früchte tragen.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Ja, Sie können unsere kleinkronigen Obstbäume und Beerensträucher auch in großen Töpfen auf Balkon oder Terrasse kultivieren.

Problematisch kann es aber im Winter werden: Kommt es zu einem - wenn auch nur kurzzeitigen - Temperatursturz weit unter den Gefrierpunkt, können die Topfballen innerhalb weniger Stunden komplett durchfrieren.

Dazu passende „Tipps und Tricks“

Zunächst einmal sei gesagt: Die Natur verzeiht viel. Und so kann es sein, dass die Obstgehölze, die zu den den für die Pflanze denkbar ungünstigsten Zeitpunkten geschnitten wurden, dennoch recht gut gedeihen. Ein Schnitt zum falschen Zeitpunkt kann aber in manchen Gegenden, in manchen Jahren und bei manchen Obstarten zu schwächerem Wachstum, und/oder verstärktem Befall mit Schaderregern führen. Man kann auch umgekehrt sagen: Nur, weil der Baum zu einem für ihn ungünstigen Zeitpunkt geschnitten wurde und er trotzdem gut gedeiht, heißt es nicht, dass der gewählte Schnittzeitpunkt optimal war. Mitunter hat er es einfach schadlos verkraftet.

Nun aber zum Kern der Frage: Kurz gesagt, der späte Herbst und frühe Winter sind stets die für die Pflanze schlechtesten Zeitpunkte für einen Rückschnitt. Das ist einfach zu erklären:

Wird die Pflanze verletzt, versucht sie die Gefahren, die vom entstandenen Schaden ausgehen, zu minimieren: Zunächst sterben im Wundbereich einige Zellen ab. Als Sofortmaßnahme bildet die Pflanze im unmittelbaren Wundbereich Stoffe, die gegen eindringende Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze gerichtet sind. Je schneller sie dazu in der Lage ist und je wirksamer die gebildeten Abwehrstoffe sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass Schaderreger nicht tief in die Pflanze eindringen können. Zudem blockiert sie Leitungsbahnen, die vom verletzten Gewebe ins gesunde führen, bestmöglich. Dann beginnt sie, die Wunde durch Zellteilung zu schließen. Im späten Herbst und Winter ist der Stoffwechsel der Pflanze sehr stark reduziert. Das bedeutet, dass die Wunden, die der Pflanze durch Schnitt zugefügt werden, nicht hinreichend schnell geschützt werden können. Deshalb ist es nicht ratsam, im Herbst oder im frühen Winter Gehölze zu schneiden. Schneiden Sie lieber erst im März oder April, dann kann sich die Pflanze an den entstandenen Wunden wirksamer vor eindringenden Schaderregern schützen.

Wer nun argumentiert, im Winter würde ja auch der Stoffwechsel der Schaderreger, die die Pflanze infizieren können, aufgrund der niedrigen Temperaturen verlangsamt und damit auch eine Infektion, dem sei hinsichtlich mancher Mikroorganismen Recht gegeben. Andere, sehr bedeutende Krankheitserreger wie der Pilz, der den Obstbaumkrebs verursacht, oder das Bakterium, das entscheidend für das Steinobststerben verantwortlich ist, können aber gerade bei niedrigen Temperaturen zwischen 4 und 9 °C gut wachsen. Und diese Temperaturen haben wir im Herbst und Winter sehr häufig.

Lassen Sie ihre Schere also bis März im Schrank! Und wenn Sie in den Obstanbaugebieten schon im tiefen Winter Bauern beim Schnitt ihrer Obstanlagen sehen, liegt das nur daran, dass sie mehr als einen Garten voller Obstbäume haben und nicht mehr fertig würden, begännen sie erst im März mit dem Baumschnitt.

Dazu passende „Fachinformationen“

Wer in der glücklichen Lage ist, Kuh-, Schafs- oder Pferdemist beschaffen zu können, kann im Herbst eine Schicht Mist auf die Baumscheibe auftragen. Der Mist der genannten Tierarten enthält verhältnismäßig viel Kalium, das die Obstbäume und Beerensträucher in besonders großer Menge benötigen. Der Mist darf nicht am Stamm anliegen (ca. 10 cm Abstand einhalten).

Dazu passende „Fachinformationen“