13.09.2019
Auf die Wurzel kommt es an!

Bei der Pflanzung der Obstbäume ist es entscheidend, dass die Jungbäume viele Faserwurzeln entwickelt haben. Es ist aber nicht ganz einfach und bedarf eines nicht geringen Aufwands, bei der Anzucht der Bäume ein optimal ausgeprägtes Wurzelsystem zu erreichen.

Obstbäume für Privatgärten werden heutzutage fast ausschließlich in Containern angezogen. Sogenannte wurzelnackte Ware (ohne Topfballen) ist die Ausnahme. Jedoch werden sie häufig in herkömmlichen, glatten Plastiktöpfen angeboten. Dieses Anzuchtverfahren ist zwar preiswert, bietet aber einen entscheidenden Nachteil: Die Wurzeln der Bäume wachsen kreisförmig entlang des Topfrandes: Es bilden sich sogenannte Ringelwurzeln aus. Sie verhindern, dass der Baum nach dem Auspflanzen in den Garten sein Wurzelwerk gleichmäßig in alle Richtungen ausbildet und das ihm zugedachte Bodenvolumen erschließt.
Aus diesem Grund werden die Obstbäume am Bayerischen Obstzentrum in speziell entwickelten, patentierten Multiwurzeltöpfen angezogen (s. Photo). Ihre Merkmale bringen entscheidende Vorteile:

  1. Die Außenfläche dieser Töpfe ist nicht glatt, sondern gewellt. Spezielle Stege leiten die Wurzeln nach unten und verhindern, dass sich Ringelwurzeln ausbilden. So können die Bäume nach der Pflanzung nach allen Richtungen ihr Wurzelwerk ausbilden.
  2. Die Seitenflächen des Multiwurzeltopfes ist mit zahlreichen Schlitzen versehen. So kann Sauerstoff in den Topfballen eindringen. Die Wurzelspitzen wachsen gezielt in Richtung der Öffnungen. Kurz vor der Öffnung verzweigen sie sich und bilden ein dichtes Geflecht feiner Faserwurzeln aus. Die Faserwurzeln sind entscheidend für den Anwachserfolg der Bäume.

Multiwurzeltopf
Multiwurzeltopf

So geht’s: Im Multiwurzeltopf angezogene Bäume optimal pflanzen

  1. Ziehen Sie den Multiwurzeltopf vom Wurzelballen ab.
  2. Schütteln Sie so viel Erde wie möglich vom Wurzelballen ab. Dazu klopfen Sie den Wurzelballen mehrmals gegen einen harten Untergrund, z. B. gegen einen Baumstamm oder auf den Pflasterboden. So werden die feinen Faserwurzeln freigelegt. (Hinweis: Wenn Sie den Baum pflanzen, nachdem die Blätter schon ausgetrieben haben, dürfen Sie den Wurzelballen nicht mehr ausschütteln. Dies gilt nur für Pflanzen, die noch keine Blätter entwickelt haben.)
  3. Pflanzen Sie nun den Baum, indem Sie ihn in das Pflanzloch stellen und feinkrümelige Erde auffüllen. Wenn die Erde bodeneben aufgefüllt ist, rütteln Sie den Baum mit kleinen, schnellen Bewegungen. So fällt die aufgefüllte feinkrümelige Erde zwischen die Wurzeln des Topfballens.
  4. Schlemmen Sie den Boden um den frisch gepflanzten Baum mit mindestens 10 Litern Wasser ein.
  5. Binden Sie den frisch gepflanzten Baum an den Baumpfahl an.

Im Multiwurzeltopf entwickeln sich unzählige Faserwurzeln
Im Multiwurzeltopf entwickeln sich unzählige Faserwurzeln

Möchten Sie auf dem Laufenden bleiben?

Wir versenden in unregelmässigen Abständen einen kostenlosen Newsletter mit nützlichen Informationen zum Thema Obstanbau und -pflege. Eine Abmeldung ist jederzeit möglich und Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben.

Hier anmelden