01.11.2020
Die Witterung und ihre Auswirkungen auf Obstbäume

Ein feuchter Spätsommer und Herbst brachte einige Probleme im Obstbau mit sich.

Der Sommer 2020 war im Osten und in der Mitte Deutschlands äußerst trocken, im Süden hingegen, insbesondere im Südosten, feucht. Im Süden konnte sich die Kirschessigfliege bei mäßiger Hitze und Feuchtigkeit örtlich so stark vermehren, dass sie zu einer Plage biblischen Ausmaßes wurde: Bereits Ende Juli waren so gut wie alle reifen Stein- und Beerenobstfrüchte von Maden befallen, was zur vollständigen Fäulnis der Früchte innerhalb weniger Tage führte. In den Trockengebieten hingegen trat die Kirschessigfliege nicht schädigend auf.

Der Spätsommer und Herbst waren im südlichen Bayern so kühl und regnerisch wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Aus diesem Grund ist vorhersehbar, dass es bei der Lagerung von Früchten mehr Infektionen durch Pilze geben wird als 2019. Die gelagerten Früchte sind daher regelmäßig zu kontrollierten, angefaulte sind umgehend zu entfernen.

Die feuchte Herbstwitterung begünstigte die Verbreitung von Pilzen, die auf Äpfeln (und manchmal Birnen) die Regenfleckenkrankheit und Fliegenschmutzkrankheit verursachen. Dabei bildet sich auf der Oberfläche der Früchte ein grauer Belag (Regenflecken) bzw. fliegenschmutzgroße Pünktchen (Fliegenschmutzkrankheit) aus. Durch Abrubbeln oder Polieren lassen sich die Beläge entfernen. Beide Krankheiten sind nur eine optische Beeinträchtigung, weder die Lagerfähigkeit noch der Geschmack werden negativ beeinflusst. Auch handelt es sich nicht um Ablagerungen von Schadstoffen auf den Früchten, wie oftmals vermutet wird.

Regenflecken und Fliegenschmutzkrankheit an einer Apfelfrucht


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