01.10.2018
Stämme weißeln

Der beste Schutz vor Frostschäden am Stamm ist es, die Stämme der Obstbäume im November zu weißeln.

Früher war es ein bekanntes Bild: Im Spätherbst wurden die Stämme und dickeren Äste der Obstbäume gekalkt. Den ganzen Winter über erstrahlten sie in hellem Weiß. Heute werden – besonders beim Steinobst – auch im Erwerbsanbau die Stämme vielfach wieder geweißelt.
Der Grund ist ein ganz einfacher: Wenn im Winter tagsüber die Sonne scheint, kann sich der dunkle Stamm auf 40 °C oder mehr aufheizen. Nachts kann die Lufttemperatur bis weit unter den Gefrierpunkt absacken. Schnee verstärkt das Tag-Nacht-Gefälle der Stammtemperatur. Die Temperaturdifferenzen können zu Schädigungen des Kambiums oder zu kleinen Rissen führen, in seltenen Fällen platzt die Rinde im Sommer als Folge dessen großflächig auf. Durch kleine wie große Risse können Pilze und Bakterien eintreten, die den Stamm schädigen können. Dazu zählen z. B. Pseudomonas-Bakterien, die oft zum Absterben von Steinobstbäumen beitragen.

Stammschaden durch Frost beim Apfel
Stammschaden durch Frost beim Apfel

Am besten verwenden Sie zum Weißeln der Stämme käufliche Stammanstrichpasten. Ihre Haftfähigkeit ist so gut, dass ein Anstrich über zwei Winter hinweg Schutz gewährt. Weißeln Sie im November möglichst an sonnigen Tagen, wenn die Stämme gut abgetrocknet sind.


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