Alessia – die lagerfähige Aroma-Birne mit der roten Schale

Birne – das Stiefkind des deutschen Obstbaus

Birnen haben wahrlich schon bessere Zeiten erlebt: Vom 17. bis ins 19. Jahrhundert galten sie an den europäischen Herrscherhäusern als der Inbegriff einer edlen Frucht. Die Hofgärtner wetteiferten untereinander, wer die schönsten und vor allem wohlschmeckendsten Früchte erzeugen konnte. Zu diesem Zweck züchteten namhafte Pomologen neue Sorten, vor allem in Belgien, aber auch in Frankreich. Die berühmteste Birnensorte, die Williams Christbirne, entstand in England: Auch die Briten wussten – wenigstens damals – was gut ist. Die heute in Europa weitest verbreitete Sorte, ‘Conference’, ist ebenfalls in England gezüchtet worden, sie entstand im 19. Jahrhundert. Die am besten schmeckende Sorte wiederum ist französischen Urprungs: Die ‘Vereinsdechantsbirne’ hing 1849 in Angers erstmals am Baum. Leider trägt die Sorte recht unregelmäßig und nie wirklich reichlich, und die Frucht ist auch nicht allzu lange haltbar.

Danach wurde es still um die Obstart mit den köstlichen Früchten. Der Apfel trat seinen Siegeszug an, denn dessen Früchte sind leichter zu lagern, und sie können gleich aus der Kühlzelle heraus gegessen werden. Birnen hingegen, zumindest die spätreifenden, brauchen nach der Lagerung einige Tage in wohltemperierter Umgebung. Erst dann werden sie etwas weicher, saftig und triefen, wenn man aufgeschnittene Stücke genussvoll in den Mund legt, ihren Saft in den Gaumen, verströmen ihr unwiderstehliches Aroma und bescheren dem Essenden außergewöhnliche Genussmomente. Aber das erfordert etwas Zeit, die der heutige Mensch sich meist nicht mehr nimmt, und deswegen greift er lieber zum Apfel. Oder er beißt in der Hetze in eine Birne, die hart und unreif und damit nicht schmackhaft ist.

Deutschland erzeugt nur einen Bruchteil der hier verzehrten Birnenmenge. Mehr als 70% der Birnenfrüchte werden importiert, meist ‘Conference’ aus Belgien oder Holland, ‘Abate Fetel’ aus Italien oder ‘Packhams’ aus Argentinien.
In Deutschland ist die Sorte ‘Alexander Lucas’ als Massenträger bei den Obstbauern immer noch beliebt, deren Früchte schmecken im Vergleich zur edlen ‘Vereinsdechants’ aber eher wie eine holzige Rübe.
Das war für das Bayerische Obstzentrum Ansporn genug, sich der Züchtung neuer, besonders schmackhafter Birnensorten zu widmen. Ein erstes Resultat ist die hocharomatische Winterbirne Alessia®.

Was macht Alessia® so besonders?

  • Sie verbindet das edle Aroma der ‘Vereinsdechants’ mit dem der ‘Roten Williams’: ein wahrer Hochgenuss!
  • Die Früchte reifen spät im Jahr und können mehrere Monate gelagert werden, was für Birnen nicht selbstverständlich ist.
  • Der Baum trägt regelmäßig und reich.
  • Ihre Frücht sind auch optisch ein Genuss: fast rundherum rot und glattschalig. Bei der Ernte noch violett, ändert sich die Schalenfarbe im Lauf der Lagerung in ein freundlich strahlendes Rot.
  • Das Fruchtfleisch ist sehr feinzellig, harte Steinzellen kommen nicht vor.
  • Am besten lässt man die Früchte nach der Ernte vier Wochen im Lager, dann nimmt man jede Woche ein paar mit in die Küche und lässt sie nachreifen. Wenn das Fruchtfleisch sich drücken lässt wie harte Butter, schneidet man sie und genießt die schmelzenden Früchtstücke. Sie werden staunen, welch Köstlichkeiten in Ihrem Garten wachsen können!