02.03.2019
Birnenpockenmilbe: erkennen und bekämpfen

In vielen Gegenden schädigt die Birnenpockenmilbe Birnbäume massiv: Blätter und Blüten verkrüppeln, Früchte entwickeln sich kaum noch. Der Baum wird über die Jahre hinweg geschwächt. Dabei ist die Bekämpfung kinderleicht und umweltschonend.

Bedeutung und Lebensweise
Die Birnenpockenmilbe ist ein Schaderreger, der sich in den letzten Jahren zunehmend verbreitet hat und Ertragsausfälle von mehr als 60 % verursachen kann. Die kleinen, mit bloßem Auge nicht sichtbaren Milben überwintern an den Knospenschuppen. Sobald sich diese beim beginnenden Austrieb zu spreizen beginnen, wandern sie an die jungen Blätter, die gerade aus den Knospen herausspitzen. Auch die Blüten werden befallen. Die eigentlich reinweißen Blütenblätter der Birne zeigen dann rötliche Flecken und wölben sich unregelmäßig, oft verkümmern sie. Der Fruchtansatz bleibt gering. Die jungen Früchte sind berostet. Mitunter bleiben sie krüppelig und klein und sind kaum genießbar. Die Blätter rollen sich entlang der Mittelachse ein. Im Mai zeigen sie orange-rote Streifen, später werden diese bräunlich. Die Blattfläche ist stark reduziert, der Baum wird massiv geschwächt.

Birnenpockenmilbe: Schäden an jungen Blättern
Birnenpockenmilbe: Schäden an jungen Blättern

Was kann man tun?
So schwer die Schäden sind, die die Birnenpockenmilbe anrichten kann, so leicht kann man sie bekämpfen – umweltschonend und äußerst wirksam. Nur muss man früh im Jahr aktiv werden, denn die Population der Birnenpockenmilbe lässt sich fast ausschließlich im März und April verringern:
Sobald die Knospen des Birnbaums schwellen, das ist fast immer Mitte März der Fall, müssen die Birnbäume im Abstand von einer Woche drei bis vier Mal mit Netzschwefel behandelt werden. Netzschwefel wird in biologisch und integriert wirtschaftenden Obstbaubetrieben viele Male im Jahr verwendet. Es ist ein breit wirksames, toxikologisch völlig unbedenkliches Fungizid (Mittel gegen Pilzkrankheiten), das auch eine Wirkung auf Milben hat. Im Hausgarten sind mehrere Präparate zugelassen, die Netzschwefel enthalten.
Das Bild rechts zeigt das Entwicklungsstadium der Birnenknospen, bei dem die erste Behandlung mit Netzschwefel erfolgen muss.

Knospenschwellen Birne
Knospenschwellen Birne

Nicht verwechselt werden darf der Schaden der Birnenpockenmilbe mit den Symptomen des Birnengitterrosts, die Sie links im Bild sehen können: Bei Befall durch letzteren erscheinen ab Juni orangefarbene, ovale bis kreisförmige Flecken auf den Blättern, auf der Blattunterseite bilden sich ab August unansehnliche Pusteln aus. Weil er so auffällige Symptome entwickelt, ist der Birnengitterrost landläufig weit bekannt. Seine Bedeuting ist aber marginal: Fast nie ist der Befall so stark, dass die Bäume nennenswerten Schaden nehmen. Und wen die Flecken des Birnengitterrosts wirklich zu stark stören, der kann den Birnengitterrost mit zwei Netzschwefelbehandlungen im Zaum halten: Sie werden etwa zwei und vier Wochen nach der Blüte gesetzt, sind aber nur erforderlich, wenn es feucht ist. Bei trockener Witterung im Frühsommer tritt der Birnengitterrost nämlich kaum auf.

Birnengitterrost
Birnengitterrost

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