01.10.2018
Äpfel und Birnen richtig ernten und lagern

Die Früchte von Apfel- und Birnbäumen dürfen nicht zu früh und nicht zu spät gepflückt werden: Ernten Sie zu früh, entwickelt sich das sortentypische Aroma nicht und die Früchte schmecken fade und weniger süß. Ernten Sie zu spät, werden die Früchte schnell weich, Birnen teigig, und sie sind nicht lange haltbar.

Wie wird der Erntetermin bestimmt?


Der Erntetermin kündigt sich bei Apfel- und Birnenfrüchten anhand nachfolgend genannter Merkmale an:
  • Fruchtfarbe
    Apfelfrüchte sind meistens zweifarbig: Die Grundfarbe ist grün-gelb, die Deckfarbe rot. Bei der Reife sind die Grund- und Deckfarbe jeweils sortentypisch ausgeprägt. Die Grundfarbe wechselt von grün nach gelb.
  • Samenfarbe
    Schneidet man die Frucht auf, sind die Samen nicht mehr weißlich, sondern braun gefärbt. Bei im August reifenden Frühsorten gilt dies nicht, deren Samen sind bei Pflückreife meistens noch weißlich.
  • Wie leicht löst sich der Fruchtstiel vom Fruchtholz?
    Heben Sie die noch am Baum hängende Frucht mit der Hand etwas an und drehen Sie sie leicht. Wenn sich der Fruchtstiel dann leicht vom Fruchtholz löst, ist der Erntezeitpunkt gekommen. (Nur bei einigen wenigen Sorten haftet der Fruchtstiel auch bei Vollreife fest am Baum.)

Reifetest: Frucht mit der Hand anheben und leicht drehen
Reifetest: Frucht mit der Hand anheben und leicht drehen
Lagerung von Äpfeln und Birnen
Lagerung von Äpfeln und Birnen

Die optimalen Bedingungen zur Lagerung


Folgende Faktoren beeinflussen im Wesentlichen die Lagerfähigkeit von Äpfeln und Birnen:
Im Hausgarten wird es schwierig sein, die genannten Lagerungsbedingungen optimal einzuhalten. Es ist aber schon viel erreicht, wenn sie näherungsweise eingestellt werden: Suchen Sie sich den Raum mit der bestgeeigneten (also niedrigsten) Temperatur aus. Das kann ein Kellerraum, ein Geräteschuppen oder auch die Garage sein. Die Zusammensetzung der Lageratmosphäre wird dadurch reguliert, dass die Früchte in eine Plastiktüte (z. B. Gefrierbeutel) gelegt werden: Während der Lagerung geben die Früchte Wasserdampf ab, dadurch steigt die Luftfeuchte im Plastikbeutel. So schrumpfen die Früchte deutlich weniger. Zudem nehmen die Früchte bei der Atmung, die sie natürlicherweise durchführen, Sauerstoff auf und geben Kohlendioxid ab.

(Nur bei einem Erdkeller, in dem die Luftfeuchte sehr hoch gehalten werden kann, ist es sinnvoll, die Früchte offen in Regale oder Steigen zu legen. Ist die Luftfeuchte nämlich zu gering, schrumpeln die Früchte sehr schnell.)

Schritt für Schritt: Lagerung von Kernobst im Hausgarten

  1. Ernten Sie die Früchte schonend, es darf keine Verletzungen der Fruchtoberfläche und keine Druckstellen geben. Alle Früchte, die vom Baum zu Boden gefallen sind, können nicht eingelagert werden.
  2. Verpacken Sie die Früchte in durchsichtige Plastikbeutel (z. B. 6 Liter-Gefrierbeutel). Verschließen Sie die Plastikbeutel, z. B. mit einem Gummiring.
  3. Tragen Sie die in Plastik gepackten Früchte ins Lager, z. B. in einen kühlen Kellerraum oder die Garage. Legen Sie sie dort in ein Regal.
  4. Schneiden Sie mit einer kleinen Schere zwei kleine Schlitze (ca. 1 cm breit) in den Folienbeutel. So kann überschüssiges Wasser entweichen. Wenn nach einigen Tagen trotzdem Wasser in den Beuteln kondensiert, schneiden Sie nach und nach noch mehr kleine Schlitze hinein.
  5. Kontrollieren Sie die Tüten wöchentlich. Finden Sie eine faule Frucht, nehmen Sie den Beutel mit in die Küche und verzehren die gesunden Früchte, die sich im Beutel befinden. Öffnen Sie Beutel mit Früchten, die Pilzbefall aufweisen, nie im Lagerraum.

So können Sie gesunde Früchte von lagerfähigen Sorten über Monate hinweg aufbewahren.

Lagerung von Äpfeln im Folienbeutel
Lagerung von Äpfeln im Folienbeutel

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