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Feuerbrand an Kernobst

Symptome und Ursachen

Autor: Dr. Michael Neumüller
Zuletzt bearbeitet: 16. September 2026

Feuerbrandsymptom

Feuerbrand ist eine Krankheit, die u. a. die Kernobstarten Apfel, Birne und Quitte befällt und dort zu großen Schäden führen kann. 2026 ist sie in weiten Teilen Süddeutschlands verstärkt aufgetreten. Sie wird von Bakterien der Art Erwinia amylovora hervorgerufen. Sie dringen in die Pflanze ein und vermehren sich dort. Vor allem Blüten und junge Triebe sind Eintrittspforten für die Erreger, zumindest zeigen sich dort sehr schnell Symptome der Krankheit. Während der Blütezeit sind auch bestäubende Insekten wie Bienen an der Übertragung der Bakterien von symptomtragenden zu symptomfreien Geweben beteiligt.

Verbräunungen an den Blättern beginnen häufig von der Hauptblattader aus

An jungen Trieben äußert sich die Krankheit folgendermaßen: Von der Spitze ausgehend sterben die Blätter (beginnend vom Blattstiel und der Hauptblattader) und die Sprossachse (Trieb) ab. Zuvor werden die Blätter mitunter olivgrün. Sie sehen dann aus wie verbrannt, woher sich der Name für die Krankheit ableitet. Sehr oft krümmen sich die Triebspitzen hakenförmig. (Die Symptome dürfen nicht verwechselt werden mit denen, die die Apfel- und Birnentriebwespe verursacht.) Bei hoher Luftfeuchtigkeit (und daher oft in den frühen Morgenstunden gut sichtbar) sind orangefarbene Schleimtropfen, die aus den symptomtragenden Trieben (und manchmal Blattstielen und Früchten) austreten. Bei Trockenheit trocknen sie im Lauf des Tages ein und sind dann nicht mehr gut zu erkennen.

Manchmal tritt so viel Exsudat aus, dass der Bakterienschleim über Triebe und den Stamm nach unten läuft. So kann auch die Unterlage infiziert werden. Ist die Verbreitung zu weit fortgeschritten, kann der Baum absterben. Dies ist aber meist nur bei Jungbäumen der Fall.

Exsudate (Absonderungen mit Bakterienschleim) auf Apfeltrieb (Feuerbrand)

Befallene Triebe werden bis weit (ca. 30 cm) in das gesunde Holz hinein ausgebrochen. Man kann auch die Schere benutzen, schneidet man aber versehentlich in Gewebe, das zwar symptomlos, aber von den Bakterien bereits besiedelt ist, kann das die Ausbreitung fördern. Deswegen werden befallene Triebe oft ausgerissen. Die entstehende Wunde verheilt zumeist schnell.

Treten an Jungbäumen im ersten oder zweiten Standjahr Feuerbrandsymptome auf, ist es oft ratsam, den gesamten Baum zu roden. Es gibt Sorten, die relativ anfällig für Feuerbrandinfektionen sind. Dazu zählen z.B. Gala, Weirouge und Baya Marisa. In Gebieten, in denen die Krankheit häufig auftritt, sollten keine Bäume dieser Sorten gepflanzt werden.

Birnentriebe mit Feuerbrandsymptomen

Generell ist zu sagen, dass Feuerbrand (außer bei Jungbäumen) nur in seltenen Fällen zum Absterben der gesamten Pflanze führt. Ältere Bäume und auch Hoch- und Halbstämme erholen sich im Lauf der Jahre vom Befall, es sei denn, es handelt sich um sehr anfällige Sorten und/oder bestimmte Bedingungen fördern den Befall. Dazu zählen überhöhte Düngung (vor allem mit Stickstoff) und unsachgemäßer Rückschnitt (zu stark oder zu ungünstigen Zeitpunkten). Auch die Vorstellung, dass der bakterielle Erreger normalerweise nicht auf der Pflanze vorkommt und beim Vorkommen immer zur Schädigung der Pflanze führt, ist überholt. In (niedrigen) Konzentrationen kann man Erwinia amylovora sehr häufig auf den Obstgehölzen nachweisen. Es ist daher auch nicht möglich, Obstbäume komplett vom Erreger zu befreien. Dies ist auch gar nicht notwendig, denn in den meisten Fällen führt seine reine Präsenz nicht zu Schäden.

Dies darf nicht missverstanden werden als Aufruf, die Krankheit zu verharmlosen, sondern soll eher ein Ansporn sein, Bekämpfungsstrategien zu optimieren. Diese können auch darauf abzielen, die Widerstandskraft der Wirtspflanzen so zu erhöhen, dass sie nicht oder kaum symptomträchtig befallen werden.

Dass die Pflanze dem Erreger etwas entgegenzusetzen hat, zeigt die Beobachtung: Der Pflanze gelingt es, die Ausbreitung des Bakteriums im Gewebe abzustoppen, indem sie bestimmte Abwehrmechanismen aktiviert, wie das Foto zeigt.

Der Birnbaum ist in der Lage, die Ausbreitung des bakteriellen Schaderregers zu verhindern.

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