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Schachtelhalmextrakt und Gesteinsmehle machen Pflanzen robust

Vorbeugen ist oft die beste Strategie

Autor: Dr. Michael Neumüller
Zuletzt bearbeitet: 13. Mai 2026

Im Gewächshaus verstäubtes Gesteinsmehl legt sich auf die Pflanzen nieder

Was Krankheiten und Schädlinge anbelangt, ist es so gut wie immer besser, wenn die Pflanzen sie erst gar nicht bekommen. Dabei können ihnen wir Gärtner helfen:

  1. Der Standort muss die die Pflanze passen.
  2. Wir dürfen die Pflanzen nicht zu wenig und nicht zu viel düngen. Düngt man zu viel Stickstoff, werden die Pflanzen enorm anfällig für Pilzkrankheiten, auch Schädlinge wie Blattläuse siedeln sich vermehrt an.
  3. Pflanzenstärkungsmittel wie Schachtelhalmextrakt oder Gesteinsmehle machen die Pflanzen robuster, vor allem gegen Pilzkrankheiten.

Schachtelhalmextrakt: Regelmäßig angewendet reduziert er deutlich die Anfälligkeit für Pilzkrankheiten, z. B. Mehltau, Sprühflecken- oder Schrotschusskrankheit. Einmalige Behandlungen sind aber nicht sehr wirkungsvoll. Wir empfehlen, vor der Blüte zu beginnen und im etwa zweiwöchigen Abstand bis in den Spätsommer hinein die Pflanzen in den Abendstunden mit 0,5%iger Schachtelhalmextraktlösung zu besprühen. Dazu geben Sie 50 ml Extrakt auf 10 Liter Wasser. Ein sehr gutes Schachtelhalmextrakt stellt z. B. die in Hallbergmoos ansässige Firma Ludwig Engelhart her.

Gesteinsmehle haben ähnliche Effekte. Man kann sie mit einem Handzerstäuber verteilen, was insbesondere im Gewächshaus gut funktioniert. Ebenso kann man sie in Wasser suspendieren und die Suspension auf die Pflanzen sprühen („spritzen“) (z. B. 100 g auf 10 Liter Wasser, gut aufrühren und beim Ausbringen immer wieder einmal die Spritzbrühe schwenken, damit sich das Gesteinsmehl nicht absetzt). Gut geeignet dafür sind Gesteinsmehle wie Biolit, Eifelgold oder Zeolith, aber auch andere. Wir empfehlen, die Behandlung ab dem Austrieb der Knospen bis in den Hochsommer hinein. Ein feiner, weißlicher Belag kann sich zwischenzeitlich auf den Blättern bilden. Bei Regen wird er weitgehend abgewaschen. Übrigens: Gesteinsmehle helfen auch dabei, Blattlausbefall zu minimieren: Stäuben Sie regelmäßig vorbeugend. Wenn Blattläuse vorhanden sind, stäuben Sie Gesteinsmehl täglich mindestens einmal direkt auf die Kolonien, bis sie dick mit Gesteinsmehl bedeckt sind. Nach einigen Tagen werden es immer weniger Blattläuse. Spritzungen mit Gesteinsmehlsuspension sind etwas weniger wirksam, aber immer noch besser als zuzusehen, wie sich die Blattläuse ungehindert vermehren und die Blätter und Triebe verkrüppeln. Hier gibt es noch mehr Infos zur Blattlausbekämpfung.

Stehen extrem heiße Tage mit hoher Sonneneinstrahlung bevor, können Sie die Pflanzen mit dem Tonmineral Kaolin vor Sonnenbrand schützen. Wichtig ist es aber, das Kaolin auszubringen, ehe Hitze und UV-Strahlung auf die Pflanzen einwirken.

Wurmkompostextrakt ist ebenfalls ein sehr wirksames Pflanzenstärkungsmittel. Dazu in einem späteren Beitrag mehr.

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