Obstbäume im Topf fachgerecht anbauen

Obstbäume und Beerensträucher können Sie problemlos in Töpfen wachsen lassen. So können Sie selbst auf Balkon oder Terrasse Ihr eigenes Obst ernten, auch wenn nur wenig Platz zur Verfügung steht.
Welche Obstbäume können im Topf angebaut werden?
Am besten verwendet man für die Topfkultur Obstbäume, die von Natur aus klein bleiben, weil sie auf entsprechende Unterlagen veredelt sind. (Die Unterlage eines Obstbaums bildet dessen Wurzeln und den untersten Bereich des Stammes aus.) Besonders gut eignet sich hier die Spindelerziehung der Bäume. So werden sie durch fachgerechtes Schneiden und Formieren nicht breiter als 1-2 m. Bei sehr geringem Platzangebot können Apfelsorten mit Säulenwuchs gepflanzt werden, die lediglich 0,3 m breit werden, beispielsweise die Sorten La Torre und Boscolina.
Beerenobst wie die Johannis-, Stachel- und Jostabeere oder auch die Aroma-Felsenbirne können ebenfalls im Topf angebaut werden, Auch hier empfiehlt sich die Erziehung als Beerenobst-Spindel.
Welche Töpfe eignen sich für Obstbäume?
Damit die Wurzeln der Obstbäume ausreichend Platz zur Verfügung haben und die Bäume gut wachsen können, sollte der Topf für die ersten drei Jahre etwa 30-40 l fassen. Danach sollte in einen 50-60 l Kübel umgetopft werden. Je größer der Topf, desto mehr Wasser kann das Substrat speichern, dann braucht man gerade an heißen Sommertagen weniger oft gießen (am besten nur einmal pro Tag).
Für Obstbäume kann jede Art von Pflanzgefäß verwendet werden, sofern am Boden genügend Löcher vorhanden sind, durch die überschüssiges Wasser abfließen kann. Topfuntersetzer dürfen nicht verwendet werden, sonst kann sich Staunässe bilden, was Obstgehölze überhaupt nicht vertragen. An windigen Standorten empfiehlt sich die Verwendung von Tontöpfen, da diese durch ihr Eigengewicht standfester sind. Bei sehr starkem Wind sollten jedoch selbst bei schweren Töpfen Vorkehrungen getroffen werden, damit die Bäume nicht umstürzen.
Welche Erde brauchen Obstbäume im Topf?
Obstbäume vertragen Staunässe denkbar schlecht. Deshalb sollte unten im Topf, zusätzlich zu den Abflusslöchern, eine 5-10 cm dicke Drainageschicht aus grobem Kies, Ziegelsplitt, Blähton oder anderen wasserdurchlässigen Materialien eingefüllt werden. Optional ist ein Vlies, das zwischen Substrat und Drainageschicht eingebracht wird. Erst dann folgt die Pflanzerde. Hierfür eignet sich ein torffreies, komposthaltiges Substrat, welches nicht zu stark aufgedüngt ist. Alternativ kann eine Mischung aus 50 % Gartenerde und 50 % gut abgelagertem Kompost oder Pflanzerde verwendet werden.
Anleitung - Wie pflanzt man Obstbäume in einen Topf?
- Zunächst die Drainageschicht aus Split oder gewaschenem Kies und dann die Pflanzerde einfüllen. Damit sich das Substrat ausreichend setzt, sollte der Topf einige Male auf den Boden aufgeklopft werden. Ein Loch, das etwa doppelt so groß ist wie der Wurzelballen des Baumes, bleibt frei.
- Wurzelballen auflockern. Um die Faserwurzeln freizulegen, sollte der Wurzelballen vor der Pflanzung mit den Fingern aufgelockert werden.
- Obstbaum pflanzen. Der Baum wird in das Pflanzloch gestellt und zwar so hoch, dass die Veredlungsstelle mindestens 10 cm über der Topfoberkante zu liegen kommt. Dann wird um den Wurzelballen Schicht für Schicht Pflanzerde aufgefüllt und diese mit den Fingern an den Topfballen gedrückt, damit die Faserwurzeln unmittelbar mit der Erde in Kontakt kommen.
- Gießrand. Der Pflanztopf sollte nicht bis unter den Rand mit Erde gefüllt werden. Ein Gießrand erleichtert das bedarfsgerechte Wässern des Obstbaumes.
- Baum anbinden. Für einen sicheren Stand sollte ein Obstbaum im Topf zeitlebens an einen Stützpfahl, bzw. Pflanzstab angebunden werden. Hierfür eignen sich beispielsweise dicke Bambusstäbe. Für zusätzlichen Schutz vor Wind kann der Baum z.B. am Balkongeländer angebunden werden.
Vorsicht - Bindematerial: Um ein Einschneiden des dicker werdenden Stammes zu verhindern, sollten Hohlschnüre oder nachstellbare Stammbänder verwendet werden.
- Pflanzschnitt. Im März erfolgt der Pflanzschnitt Für die Spindelerziehung wird hierfür die Stammverlängerung ca. 30 cm oberhalb der letzten Verzweigung, schräg über einer Knospe abgeschnitten. Die Stammverlängerung von Säulenapfelbäumen benötigt hingegen keinen Pflanzschnitt.
- Angießen. Der Baum wird mit mindestens 10 l Wasser angegossen.

Standortansprüche von Obstbäumen (im Topf)
Für den passenden Standort bei Obstgehölzen gilt: Je sonniger, desto besser! Im Sommer sollten Obstbäume mindestens sechs Stunden in der vollen Sonne stehen. Bei zu geringem Lichtgenuss wachsen die Bäume schlechter und tragen weniger Früchte.
Bei extremer, andauernder Hitze und übermäßiger Sonneneinstrahlung ist eine Beschattung der Bäume möglich, jedoch in der Regel nicht notwendig. Bei Hitze sollte hingegen auf eine ausreichende Bewässerung der Obstgehölze im Topf geachtet werden.
Düngerbedarf von Obstbäumen (im Topf)
Auch im Topf angebaute Obstgehölze brauchen Nährsalze. Dafür werden sie im März und Mai bedarfsgerecht gedüngt, z.B. mit dem organischen Spezialdünger für Obst (120 g im März, 80 g im Mai auf den Pflanzkübel streuen und evtl. maximal 1 cm tief einarbeiten). Hier finden Sie die notwendigen Informationen zur Düngung.
Obstbäume im Topf vor Frost schützen
Gefährlich wird es im Winter für einen Obstbaum im Topf, wenn innerhalb weniger Stunden der Wurzelballen komplett durchfriert. Um den Topfballen vor Frosteinwirkung zu schützen, muss er entsprechend isoliert werden. Wie das geht, zeigen wir im Tipp Obstbäume in Töpfen vor Winterfrost schützen.
