06.05.2019
Blattlausplage – was tun?

Blattläuse verschiedener Arten vermehren sich derzeit wieder explosionsartig. Die Blätter von Trieben verkräuseln sich, und die Triebspitzen wachsen nicht mehr weiter. Bei besonders starkem Befall verkümmern sie sogar und sterben ab. Dadurch wachsen die Bäume und Beerensträucher nicht mehr weiter, der Kronenaufbau ist verzögert, es wird zu wenig Blattfläche gebildet, und die Fruchtqualität sinkt (kleinere, wenig aromatische Früchte).

Zudem können Blattläuse gefährliche Viren von kranke auf gesunde Pflanzen übertragen (z. B. das Scharkavirus, das die Pflaumenpockenkrankheit hervorruft). Deshalb müssen Blattläuse unbedingt bekämpft werden. Je früher sie damit beginnen, desto weniger aufwändig ist es und desto sicherer ist der Erfolg.

Dazu gibt es für jede Facon, nach der man selig werden kann, eine Methode:

  • Zerdrücken der Läuse mit der Hand (jeden zweiten Tag bis keine neuen Läuse mehr auftreten, bei jungen Bäumen machbar)
  • Anwenden von Brennesselsud im Abstand von 3 Tagen so lange, bis keine Läuse mehr vorhanden sind
  • Anwendung von selbst hergestellter oder gekaufter Seifenlösung (vor dem Einrollen der Blätter, mehrmals im Abststand von 5 Tagen. Verwenden Sie parfümfreie Kaliseife aus der Apotheke: Lösen Sie 75-150 g Kaliseife in 5 Liter heißem Wasser auf. Sprühen Sie die abgekühlte Lösung am späten Nachmittag auf die Blätter. Diese müssen ganz nass werden. Bei bedecktem Himmel können Sie auch den ganzen Tag über behandeln.)
  • Anwendung von Insektiziden, deren Wirkstoff aus Pflanzen gewonnen wurde (z. B. Spruzit). Hier werden auch Blattläuse erfasst, die sich in eingerollten Blättern befinden und mit den anderen Methoden kaum bekämpft werden können.

Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegenlarven können derzeit nicht verhindern, dass sich Blattläuse explosionsartig vermehren. Sie leisten zwar sehr gute Dienste im Lauf des Jahres. Weil sie sich aber nicht so schnell vermehren können wie die Blattläuse, müssen wir ihnen jetzt etwas unter die Arme greifen und mithelfen, dass die Blattlauspopulation nicht überhand nimmt. Es bleiben noch genügend Blattläuse übrig, die die Nützlinge als Futter nutzen können.

In der Broschüre „Umwelt- und sachgerechter Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten 2019“ herausgegeben vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum
Augustenberg, finden Sie auf S. 42/43 eine Liste mit derzeit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen Blattläuse (online kostenfrei verfügbar). Bitte verwenden Sie keine Mittel mit dem Wirkstoff „Thiacloprid“ (z. B. Calypso Perfekt). Dieser gehört zu den sogenannten Neonicotinoiden. Sie schädigen bei mehrmaliger Anwendung viele Nützlinge.

Blattlausbefall an Apfel
Blattlausbefall an Apfel

Bei nebenstehender Pflanze haben sich die Blätter bereits eingerollt, weil Blattläuse die Blätter besiedelt haben.

Blattläuse: eingerollte Blätter
Blattläuse: eingerollte Blätter

Blattläuse an Johannisbeertrieb

Blattläuse an Johannisbeertrieb
Blattläuse an Johannisbeertrieb

Blattläuse an einem Zwetschentrieb

Blattläuse an einem Zwetschentrieb
Blattläuse an einem Zwetschentrieb

Saugt die Johannisbeerblasenlaus an den Blättern von Johannisbeeren, färben sich die Saugstellen rot, und die Blattoberfläche wölbt sich blasenartig. (rechts im Bild).

Johannisbeerblasenlaus
Johannisbeerblasenlaus

Auf der Unterseite der Johannisbeerblätter sind die kleinen Läuse zu finden. Bei starkem Auftreten müssen auch diese Läuse bekämpft werden, will man starken Schaden von den Johannisbeersträuchern abhalten.

Johannisbeerblasenlaus
Johannisbeerblasenlaus

Möchten Sie auf dem Laufenden bleiben?

Wir versenden in unregelmässigen Abständen einen kostenlosen Newsletter mit nützlichen Informationen zum Thema Obstanbau und -pflege. Eine Abmeldung ist jederzeit möglich und Ihre E-Mail-Adresse wird nicht an Dritte weitergegeben.

Hier anmelden