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An meinem Apfelbaum sehe ich im unteren Stammbereich wurmförmige Auswüchse. Was ist denn das?

Pflanzen haben die Fähigkeit, aus Sprossen Wurzeln zu bilden. Das nennt man Adventivwurzelbildung. (Die Vermehrung von Pflanzen über Stecklinge ist daduch überhaupt erst möglich.) Auch viele Unterlagen von Obstbäumen werden vegetativ vermehrt. Sie wurden über die Jahrhunderte von den Baumschulern ausgelesen auch auf das Merkmal hin, Adventivwurzeln bilden zu können. Diese Typen konnte man in der Baumschule leichter vermehren.
Die meist knubbelförmigen Ausbuchtungen mit manchmal kurzen, mitunter auch etwas längeren „fadenartigen“ Auswüchsen sind nichts anderes als Stellen der Sprosses, an denen er versucht, neue Wurzeln zu bilden. Da sie aber nicht unterhalb der Bodenoberfläche liegen, vertrocknen die Wurzeln mit der Zeit. Meist liegen diese Stellen unterhalb der Veredlungsstelle, gelegentlich finden sich auch darüber ein paar. Das ist völlig normal. Sie brauchen nichts zu unternehmen.
Meist vertrocknen diese funktionslosen Wurzelansätze im Lauf der Jahre, wie man an einem der Bilder erkennen kann. Bitte schneiden Sie die Adventivwurzelansätze (manchmal im speziell vorliegenden Fall auch „Luftwurzeln“ genannt) nicht ab. Dadurch würde nur in Stammbasisbähe eine große Wunde entstehen, in die Krankheitserreger eindringen könnten.

Adventivwurzeln bei einem Jungbaum
Adventivwurzeln bei einem Jungbaum
Adventivwurzeln bei einem dreijährigen Baum
Adventivwurzeln bei einem dreijährigen Baum
Bei uns treten Feldhasen auf. Können Sie unsere Obstbäume schädigen?

Bäume, die jünger als fünf Jahre sind, können durch Hasenfraß zum Absterben gebracht werden. Beugen Sie also vor, wenn bei Ihnen Feldhasen auftreten!

Feldhasen fressen bei Frost die Rinde junger Bäume. Die Schäden können zum Absterben des Baumes führen. Wo Feldhasen auftreten können, ist es notwendig, die Stämme mit einer Drahthose aus Kaninchengeflecht oder mit einem Kunststoffgitter gegen Verbiss zu schützen. Verwenden Sie auf keinen Fall Spiralhosen oder andere eng an den Stamm anliegende Plastikmaterialien. Der Stamm muss nämlich stets gut belüftet sein, um Befall mit Pilzkrankheiten vorzubeugen und um zu verhindern, dass sich Insekten zwischen Rinde und Schutzrohr einnisten.

Brauchen Obstbäume unbedingt einen Pfahl?

Ja. In den ersten Standjahren alle, auch Halb- und Hochstämme. Nach ca. 6 Jahren sind sie meist standfest. Kleinkronige Obstbäume brauchen zeitlebens einen Pfahl. Ihre Wurzeln sind nicht so weitreichend und stabil, dass sie den kleinen Baum, der sehr viele Früchte tragen kann, bei Sturm und Orkan fest im Boden verankern. Setzen Sie gleich bei der Pflanzung einen dauerhaften Pfahl. Am besten haben sich Robinienpfähle bewährt. Sie sind – auch nicht imprägniert – länger haltbar als Eichenpfähle. Nicht imprägnierte Kiefern- oder Fichtenpfähle faulen viel zu schnell ab. Dann gibt es keine Freude mehr mit den Obstbäumen: Sie fallen bei Sturm um und sterben mitunter ab.
Denken Sie bitte auch daran: Der beste Pfahl nutzt nichts, wenn der Baum nicht stabil angebunden ist. Stabil heißt nicht, dass der Stamm ganze eng am Pfahl anliegen muss. Der Baum soll nur nicht umfallen.

Darf ich den Boden unter den Bäumen mit Rindenmulch abdecken?

Nein. Rindenmulch gehört nicht auf die Baumscheibe, Hackschnitzel schon gleich gar nicht. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Unter der Rindenmulchschicht fühlen sich Mäuse, auch Wühlmäuse, sehr wohl und bleiben oft unentdeckt. Sie können Wurzeln und den Stammgrund junger Bäume so schädigen, dass diese absterben.
  • Rindenmulch und Hackschnitzel bestehen aus pflanzlichem Material, das von Mikroorganismen abgebaut wird. Wärme und Feuchtigkeit fördern diesen Prozess. Dabei wird zunächst dem Boden, in dem die Bäume wurzeln, Stickstoff entzogen, und der Baum kann daher unter Stickstoffmangel leiden. Mit fortschreitendem Abbauprozess werden dann – oft innerhalb kurzer Zeit – große Mengen an Stickstoff freigesetzt. Im Sommer und Herbst brauchen Obstbäume aber gar nicht mehr so viel Stickstoff. Wird er den Pflanzen trotzdem zur Verfügung gestellt, treiben sie spät im Jahr noch einmal junge Blätter. Das mindert die Frosthärte des Holzes, holzzerstörende Pilze wie der Erreger des Obstbaumkrebses haben dann leichtes Spiel bei der Infektion der Pflanzen. Auch können Pilzkrankheiten wie der Apfelschorf sich auf jungem Blattgewebe sehr leicht vermehren und den Infektionsdruck in der Anlage unnötig erhöhen.
    Die Baumscheibe kann man mit niedrig bleibenden Sommerblumen bewachsen lassen, oder man mulcht sie alle paar Wochen mit einer dünnen Schicht aus Rasenschnitt.

Die Blätter meiner Weintraube haben Pusteln. Was kann das sein?

Hier saugt die Blattgallmilbe an den Blättern.
Im ausgehenden Frühjahr sieht man an vielen Weinstöcken Blätter, deren Oberfläche sich pustelartig, manchmal sogar flächig erhebt. Bei vielen Sorten färben sich diese Erhebungen rötlich, das ist aber nicht immer der Fall. Auf der Blattunterseite finden sich unterhalb der Erhebungen verbräunte Stellen, die oft woll- oder filzartig ausgekleidet sind.
Die Blattgall- oder -pockenmilbe der Rebe ist der Verursacher dieses Krankheitssymptoms. Es muss angemerkt werden, dass die von ihr hervorgerufenen Schädigungen weit geringer sind als es aufgrund des auffälligen Schadsymptoms den Anschein hat. Ein Entfernen aller symptomtragenden Blätter kann daher nicht empfohlen werden, denn dann verliert der Rebstock einen großen Teil seiner photosynthetisch aktiven Fläche. Das wäre der größere Schaden, als die befallenen Blätter zu tolerieren.
Sie können den Befall deutlich und umweltschonend reduzieren, indem Sie – beginnend beim Knospenaufbruch Mitte April bis ca. Mitte Mai – dreimalig mit Netzschwefel behandeln. Netzschwefel ist ein Fungizid mit Nebenwirkung auf Milben, das im Bioanbau zu den meistverwendeten Pflanzenschutzmitteln zählt und im Hausgarten in einer Vielzahl von Präparaten zugelassen ist. Wenn Ihr Rebstock starken Befall aufweist, setzen Sie gleich einen Reminder in Ihren Terminkalender auf Mitte April nächsten Jahres!

Blattgallmilbe
Blattgallmilbe
Die Blätter meines Birnbaums haben orangene Flecken. Woher kommen sie und was kann ich dagegen tun?

Das sind Symptome des Birnengitterrosts: Bei Befall erscheinen ab Juni orangefarbene, ovale bis kreisförmige Flecken auf den Blättern, auf der Blattunterseite bilden sich ab August unansehnliche Pusteln aus. Weil er so auffällige Symptome entwickelt, ist der Birnengitterrost landläufig weit bekannt. Seine Bedeutung ist aber marginal: Fast nie ist der Befall so stark, dass die Bäume nennenswerten Schaden nehmen. Und wen die Flecken des Birnengitterrosts wirklich zu stark stören, der kann den Birnengitterrost mit zwei Netzschwefelbehandlungen im Zaum halten: Sie werden etwa zwei und vier Wochen nach der Blüte gesetzt, sind aber nur erforderlich, wenn es feucht ist. Bei trockener Witterung im Frühsommer tritt der Birnengitterrost nämlich kaum auf.

Birnengitterrost
Birnengitterrost
Die Blätter von Zwetschen und Kirschen sind manchmal löchrig. Was ist die Ursache?

Besonders in Jahren mit feuchter Witterung im Frühjahr und Sommer breiten sich zwei Krankheiten aus. Aus den Blättern fallen rundliche Löcher heraus. Verursacht werden diese Symtpome entweder vom Bakterium Pseudomonas sygrinae oder von einem Pilz, dem Erreger der Schrotschusskrankheit. Der Name ist Programm: Die Blätter sehen aus, als hätte jemand mit der Schrotflinte hindurchgeschossen.
Die Pseudomonasbakterien infizieren die jungen Blätter oft schon zur Blütezeit, aber auch später im Jahr sind Infektionen bei feuchter Witterung möglich. Erste Symptome treten oft schon Ende Mai auf, durchaus aber auch später.
Symtpome der Schrotschusskrankheit treten etwas später im Jahr auf. Der Pilz infiziert die jungen Blätter nämlich erst nach der Blüte.
Bei beiden Schaderregern werden Süßkirsche, Sauerkirsche, Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen und Renekloden befallen.
Nur geübte Gärtner können die Schaderreger anhand der Symptome auseinanderhalten. Auf der Blattspreite hellen sich einzelne Bereich auf, in der Mitte sterben nachfolgend einige Zellen ab. So entsteht eine Nekrose. Das nekrotische Gewebe fällt dann aus dem Blatt heraus und hinterlässt ein Loch. Der Übergang zwischen aufgehelltem und dunkelgrünem Gewebe ist bei Pseusomonasinfektionen scharf abgegrenzt, bei Schrotschussinfektionen eher undeutlich zu erkennen.
Pseudomonasinfektionen sind im Garten nicht zu bekämpfen. Gegen Schrotschuss sind theoretisch Behandlungen mit Netzschwefel vor Regenschauern im Mai und Juni möglich. In der Regel ist der Schaden aber nicht sehr hoch. Meistens ist nur ein Teil der Blätter betroffen.

Infektion mit Pseudomonas sygrinae
Infektion mit Pseudomonas sygrinae
Ein Trieb meines Apfelbaums sieht aus wie von Schimmel überzogen. Was kann das sein?

Es handelt sich um einen Befall mit Blutläusen. Das ist eine bestimmte Lausart, die bevorzugt die Rinde und Rindenverletzungen von Apfelbäumen befällt. Zerdrückt man sie, tritt eine rote Flüssigkeit aus.

Ihr Gegenspieler: Die Blutlauszehrwespe

Die Apfelblutlaus fühlt sich immer wohler in unseren Klimaten. Sie hat einen natürlichen Gegenspieler, die Blutlauszehrwespe. Diese filigrane Wespe (die gar nicht aussieht wie unsere herkömmliche Wespe, sondern schwärzlich ist, viel kleiner und sehr filigran gebaut) legt Eier in lebende Blutläuse ab. Darin wachsen dann die Larven der Zehrwespe heran, während die Blutlaus selbst langsam abstirbt. Aus dem ausgezehrten und vertrockneten Hinterleib der parasitierten Blutlaus schlüpft schließlich die erwachsende Blutlauszehrwespe, untenstehend zu sehen im Photo. Das wäre also alles perfekt, wäre die Blutlauszehrwespe nicht so langsam in ihrer Entwicklung und nicht so empfindlich: Auch natürlicherweise tritt sie erst im Sommer so zahlreich auf, dass sie die Blutlaus in einigermaßen relevantem Ausmaß parasitieren kann. Und noch dazu reagiert sie sehr empfindlich auf alle Pflanzenschutzmaßnahmen. Es kann also vorkommen, dass wir Gärtner ein bisschen unterstützend eingreifen müssen.

Mit Wurzelbürste und Seifenlauge gegen die Blutlaus

Dass wir das ganz umweltschonend tun, versteht sich von selbst. Wir sichten also im Mai die Stellen, an denen die Blutlaus im Baum vorkommt. Sie lebt gesellig in Kolonien. Ihr aus wachsartigen Verbindungen bestehender Schutz, der wie Wolle von den Blutlauskolonien herabhängt, verrät ihren Aufenthaltsort sehr gut. Diese Wachsschicht ist es auch, die sie wirksam vor Öl- oder Seifenbehandlungen, die gegen andere Blattläuse wirksam sind, schützt. Nun nimmt man eine Wurzelbürste (notfalls geht auch eine alte Zahnbürste, wenn die befallenen Triebe dünn sind und der Befall gering ist) und etwas Kernseifenlauge (Kernseife in warmem Wasser lösen und abkühlen lassen) und bürstet damit die Befallsstellen sauber ab. So werden die meisten Blutläuse erreicht, ihre Population nimmt ab, und wenn sie im Lauf des Sommers wieder ansteigt, wird die Blutlauszehrwepe bereit stehen und ihren Lebensraum besiedeln. Im Fall des Falles kann man die Behandlung noch einmal wiederholen. Bei jungen Bäumen besiedeln die Blutläuse sehr gerne den Bereich der Unterlage, der aus dem Boden herausschaut, und auch den Stamm der Bäumchen.

Beste Vorbeugung: wenig schneiden

Nicht mehr zu bändigen sind Blutläuse, wenn die Bäume zu stark geschnitten werden, denn sie besiedeln bevorzugt Wundstellen des Baums. Je mehr Schnittwunden es gibt, desto leichter können Blutläuse den Baum befallen. Die beste vorbeugende Maßnahme ist daher neben dem Schutz der Nützlinge, den Baum möglichst wenig zu schneiden.

Zum Download:

Blutlauskolonie
Blutlauskolonie
Blutlauskolonie an jungem Trieb
Blutlauskolonie an jungem Trieb
Hat mein Baum Feuerbrand? Oder haben die Symptome eine andere Ursache?

Feuerbrand zählt zu den Bakterienkrankheiten, die sehr gefährlich für Kernobstbäume sein können. Aber bitte geraten Sie nicht gleich in Angst und Schrecken, wenn sie typische Symptome auf ihren Bäumen finden. Gott sei Dank ist es häufig nicht der Feuerbrand, der diese Symptome verursacht…

Ein charakteristisches Symptom des Feuerbrands sind junge Langtriebe, deren Spitze sich hakenförmig krümmt und von der Spitze her vertrocknen. Das geht oft sehr schnell, und die Triebspitzen sehen dann aus wie vom Feuer verbrannt.
Fast die gleichen Symptome verursachen bei Birne und Apfel auch Insekten: die Birnen- bzw. Apfeltriebwespe. Einige Wochen nach der Blüte legen die Weibchen Eier in die jungen Triebe ab. Daraus schlüpfen Maden, die anfänglich unscheinbar sind und im Inneren der Triebe fressen. Weil sie dabei mit den Xylemgefäßen auch die Hauptwasserleitungsbahnen des Triebs zerstören, welken die darüberliegenden Gewebebereiche, die Triebspitze. So können die Symptome aussehen wie beim Feuerbrand. Ist es kühl und feucht, welken die Triebspitzen oft nicht vollständig ab, sondern es werden nur einzelne Blätter braun und die Triebspitze stockt nur im Wachstum.
Eine Bekämpfung ist im Hausgarten nicht sinnvoll und auch nicht notwendig. Schneiden Sie die befallenen Triebspitzen einfach aus.

Wie erkennt man den Unterschied zu Feuerbrand?

Bei einer Feuerbrandinfektion tritt aus dem infizierten Gewebe in kleinen Tröpfchen Bakterienschleim aus. Bei trockenem Wetter trocknen diese schnell ein und sind für das ungeübte Auge kaum zu erkennen. Kontrollieren Sie daher immer in den frühen Morgenstunden. Suchen Sie nicht am toten, verbrannt aussehenden Gewebe, sondern am darunterliegenden grünen Bereich des jungen Triebes. Vermeiden Sie es, die Triebe zu berühren, denn sonst könnten Sie über die Schleimtropfen die Bakterien verbreiten. Finden Sie die ocker- bis orangefarbenen Tröpfchen, handelt es sich ziemlich sicher um Feuerbrand. Dann müssen Sie die befallenen Triebe ausreißen, und zwar weit im gesunden Gewebe, so dass alle Bakterien mit entfernt werden.

Bei Befall mit Birnen- und Apfeltriebwespe tritt nie Bakterienschleim aus, die Triebe bleiben unterhalb der hakenförmigen Verkrümmung trocken. Man kann – wenn auch nicht immer deutlich – die Einbohrstellen erkennen, durch die das weibliche Insekt die Eier im Trieb versenkt hat. Meistens (aber nicht immer) sind diese Einstichstellen ellipsenförmig um den Trieb angeordnet. Finden Sie diese Einstichstellen, machen Sie die Probe aufs Exempel: Ziehen Sie die Triebspitze weiter nach unten in Richtung Triebbasis, und genau an der Stelle, an der die Einstichstellen der Eiablage sind, wird der Trieb auf einmal recht glatt abbrechen. Damit wäre der Beweis erbracht, und Sie können aufatmen, weil kein Feuerbrandbefall vorliegt. Übrigens ist der Befall bei Jungbäumen meist stärker als bei älteren Bäumen.

Feuerbrandbefall mit Schleimtropfen
Feuerbrandbefall mit Schleimtropfen
Apfeltriebwespe
Apfeltriebwespe
Ich habe Gespinste in meinem Obstbaum entdeckt. Was muss ich jetzt tun?

Gespinstmotten werden ihrem Namen augenfällig gerecht: Die Raupen leben gesellig in Gespinsten, in die Blätter, gelegentlich auch kleinere Triebe verwickelt sind. Die Raupen fressen die dem Gespinst benachbarten Triebe mitunter kahl.
Es gibt viele verschiedene Arten von Gespinstmotten, darunter die Apfelbaumgespinsmotte und verschiedene Glucken-Arten.
Die Gespinste mitsamt den Raupen werden – noch ehe die Raupen groß geworden sind – herausgeschnitten. Dies ist die sicherste und nachhaltigste Bekämpfung des Schaderregers.

Gespinstmotte
Gespinstmotte
Ich habe schon oft von der Scharkakrankheit gehört. Was ist das überhaupt?

Die Scharkakrankheit ist eine gefährliche Viruserkrankung im Obstbau. Sie ist v. a. bei Aprikosen, Pfirsichen, der Europäischen und der Japanischen Pflaume bekannt. Hervorgerufen wird sie durch das sogenannte Plum pox virus (PPV). Es wird von verschiedenen Blattlausarten von kranken auf gesunde Pflanzen übertragen. Oft, aber nicht immer, bilden sich bei befallenen Bäumen Symptome auf Blättern und Früchten aus. Bei manchen Sorten, z. B. bei der altbekannten ‘Hauszwetsche’, fallen bis zu 80% der Früchte vor der eigentlichen Reife vom Baum. Die verbleibenden Früchte zeigen Einsenkungen auf dem Fruchtfleisch, unter denen es sich braunrot verfärbt und verhärtet. Der Säuregehalt der Früchte steigt, der Zuckergehalt sinkt. Die Früchte sind weitgehend ungenießbar.

Verbreitet wird das Scharkavirus über weite Strecken, indem (latent) infizierte Pflanzen, Unterlagen oder Edelreiser von Befalls- in bislang befallsfreie Gebiete verbracht werden. Kleinräumig breitet sich das Virus über Blattläuse aus.

Inzwischen ist es gelungen, Sorten zu züchten, die resistent gegen das Virus sind – ein Beitrag zu einer umweltschonenden, effektiven Bekämpfung der Krankheit. Das Bayerische Obstzentrum ist weltweit führend in der Züchtung von scharkaresistenten Pflaumen- und Zwetschensorten.

Blattsymptome der Scharkakrankheit
Blattsymptome der Scharkakrankheit
Fruchtsymptome der Scharkakrankheit
Fruchtsymptome der Scharkakrankheit
Ich möchte meine Johannisbeere als Spindel erziehen. Wie geht das?

Wenn Sie Johannis-, Stachel- und Jostabeeren als Spindeln erziehen, ernten Sie deutlich größere Beeren an längeren Trauben – und all das auch noch bequem im Stehen.

Aufbau einer Spindel bei Johannisbeere (rot, weiß, schwarz), Stachelbeere und Jostabeere:

Die Beerenobstspindel besteht aus einer zentralen senkrechten Achse, von der relativ kurze Seitentriebe abzweigen, die die Früchte tragen (s. Bild).

  • Bei der Pflanzung wird nur ein senkrechter Trieb stehengelassen. Am Bayerischen Obstzentrum werden die Jungpflanzen extra so angezogen, dass sich von alleine eine Spindel ergibt. Der Trieb wird z. B. an einem dicken Bambusstab angebunden. Er wird nicht geschnitten.
  • Im Sommer bilden sich Seitentriebe, und aus der Spitzenknospe wächst ein Trieb als Stammverlängerung nach oben. Dieser wird wieder angebunden. Sollten aus dem Boden Triebe wachsen, werden diese sofort entfernt.

Schnitt im zweiten Jahr:

  • Im zweiten Frühjahr werden alle Seitentriebe auf eine Länge von 20 cm zurückgeschnitten.
  • Im zweiten Sommer tragen die Seitentriebe und die Stammverlängerung köstliche Früchte. Aus der Endknospe wächst die Stammverlängerung weiter, sie wird wieder angebunden.
    Das Photo zeigt eine Pflanze vor (links) und nach dem Schnitt (rechts) bei einer dreijährigen Stachelbeerspindel.

Schnitt ab dem dritten Jahr:

  • Im dritten Frühjahr werden die im zweiten Jahr gewachsenen Seitentriebe wieder auf 20 cm Länge gekürzt. Die älteren Seitentrieben, die im Jahr zuvor auf 20 cm gekürzt wurden, haben sich verzweigt. Sie werden auf den Trieb, der dem Stamm am nächsten ist, abgeschnitten. So wird die Spindel nicht zu dicht. Ist der verbleibende Trieb lang, wird er wieder auf 20-15 cm (von der Stammverlängerung aus gerechnet) eingekürzt.
    In den darauffolgenden Jahren wiederholt sich die Prozedur. Ist die Stammverlängerung auf eine Höhe von ca. 1,8 – 2 m gewachsen, wird sie auf einen Seitentrieb zurückgeschnitten („abgeleitet“).

Fruchtbehang bei Johannisbeere in Spindelerziehung
Fruchtbehang bei Johannisbeere in Spindelerziehung
Stachelbeerspindel links vor, rechts nach dem Schnitt
Stachelbeerspindel links vor, rechts nach dem Schnitt
Kann ich einen Obstbaum auch im Topf kultivieren?

Ja, Sie können unsere kleinkronigen Obstbäume und Beerensträucher auch in großen Töpfen auf Balkon oder Terrasse kultivieren.
Problematisch kann es aber im Winter werden: Kommt es zu einem – wenn auch nur kurzzeitigen – Temperatursturz weit unter den Gefrierpunkt, können die Topfballen innerhalb weniger Stunden komplett durchfrieren. (Bei im gewachsenen Boden stehenden Pflanzen kommt das nicht vor, denn hier kann der Frost nur von oben langsam in tiefere Erdschichten vordringen.) Dann können die Wurzeln Schaden nehmen. Abhilfe schafft, wer die Töpfe seiner Gehölze vor dem Winter nach außen hin gegen Kälte isoliert, z. B. mit einigen Schichten Jute oder anderem isolierendem Material. Manch einer bastelt aus Sytropor eine Isolierung um den Topf. Wichtig ist, dass nur der Topfballen geschützt wird, nicht aber die Triebe. Sie sollen der Kälte ausgesetzt sein.
Stehen die Pflanzen auf dem Balkon (so dass von unten keine Wärme nachgeliefert werden kann, da unter dem Balkon die kalte Umgebungsluft die Betonplatte abkühlt), ist es ratsam, die Töpfe auch von unten etwas zu isolieren. Häufig reicht es schon, sie auf ein dickeres Holzbrett zu stellen.
Die beste Isolierung ist übrigens Schnee. Sollte es also schneien, räumen Sie auf der Terrasse den Schnee und decken damit die Töpfe der Obstbäume gut zu. Leider wird es aber häufig richtig kalt, ohne dass Schnee liegt.
Achten Sie zudem darauf, dass die Töpfe auch im Winter nicht austrocknen. (Das kann durchaus passieren, vor allem, wenn die Töpfe nahe an der Hauswand im Regenschatten stehen.) Auch im unbelaubten Zustand verlieren die Obstbäume nämlich etwas Wasser, das unbedingt nachgeführt werden muss, sonst vertrocknen die Pflanzen über Winter. Dazu ist es meist ausreichend, drei bis viermal im Winter den Topfballen zu wässern. Aber bitte nicht übertreiben: Staunässe ist ebenso schädlich. Deshalb etwaig vorhandene Untersetzer jetzt unbedingt entfernen, sonst kann es passieren, dass die Töpfe wochenlang im Nassen stehen.

Kann ich im Herbst meine Obstbäume schneiden?

Zunächst einmal sei gesagt: Die Natur verzeiht viel. Und so kann es sein, dass die Obstgehölze, die zu den den für die Pflanze denkbar ungünstigsten Zeitpunkten geschnitten wurden, dennoch recht gut gedeihen. Ein Schnitt zum falschen Zeitpunkt kann aber in manchen Gegenden, in manchen Jahren und bei manchen Obstarten zu schwächerem Wachstum, und/oder verstärktem Befall mit Schaderregern führen. Man kann auch umgekehrt sagen: Nur, weil der Baum zu einem für ihn ungünstigen Zeitpunkt geschnitten wurde und er trotzdem gut gedeiht, heißt es nicht, dass der gewählte Schnittzeitpunkt optimal war. Mitunter hat er es einfach schadlos verkraftet.
Nun aber zum Kern der Frage: Kurz gesagt, der späte Herbst und frühe Winter sind stets die für die Pflanze schlechtesten Zeitpunkte für einen Rückschnitt. Das ist einfach zu erklären:
Wird die Pflanze verletzt, versucht sie die Gefahren, die vom entstandenen Schaden ausgehen, zu minimieren: Zunächst sterben im Wundbereich einige Zellen ab. Als Sofortmaßnahme bildet die Pflanze im unmittelbaren Wundbereich Stoffe, die gegen eindringende Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze gerichtet sind. Je schneller sie dazu in der Lage ist und je wirksamer die gebildeten Abwehrstoffe sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass Schaderreger nicht tief in die Pflanze eindringen können. Zudem blockiert sie Leitungsbahnen, die vom verletzten Gewebe ins gesunde führen, bestmöglich. Dann beginnt sie, die Wunde durch Zellteilung zu schließen. Im späten Herbst und Winter ist der Stoffwechsel der Pflanze sehr stark reduziert. Das bedeutet, dass die Wunden, die der Pflanze durch Schnitt zugefügt werden, nicht hinreichend schnell geschützt werden können. Deshalb ist es nicht ratsam, im Herbst oder im frühen Winter Gehölze zu schneiden. Schneiden Sie lieber erst im März oder April, dann kann sich die Pflanze an den entstandenen Wunden wirksamer vor eindringenden Schaderregern schützen.

Wer nun argumentiert, im Winter würde ja auch der Stoffwechsel der Schaderreger, die die Pflanze infizieren können, aufgrund der niedrigen Temperaturen verlangsamt und damit auch eine Infektion, dem sei hinsichtlich mancher Mikroorganismen Recht gegeben. Andere, sehr bedeutende Krankheitserreger wie der Pilz, der den Obstbaumkrebs (s. untenstehendes Bild) verursacht, oder das Bakterium, das entscheidend für das Steinobststerben verantwortlich ist, können aber gerade bei niedrigen Temperaturen zwischen 4 und 9 °C gut wachsen. Und diese Temperaturen haben wir im Herbst und Winter sehr häufig.
Lassen Sie ihre Schere also bis März im Schrank! Und wenn Sie in den Obstanbaugebieten schon im tiefen Winter Bauern beim Schnitt ihrer Obstanlagen sehen, liegt das nur daran, dass sie mehr als einen Garten voller Obstbäume haben und nicht mehr fertig würden, begännen sie erst im März mit dem Baumschnitt.

Krebswunde
Krebswunde
Kann ich Obstgehölze mit Mist düngen?

Wer in der glücklichen Lage ist, Kuh-, Schafs- oder Pferdemist beschaffen zu können, kann im Herbst eine Schicht Mist auf die Baumscheibe auftragen. Der Mist der genannten Tierarten enthält verhältnismäßig viel Kalium, das die Obstbäume und Beerensträucher in besonders großer Menge benötigen. Der Mist darf nicht am Stamm anliegen (ca. 10 cm Abstand einhalten).

Mein Obstbaum bekommt gelbe Blätter. Was steckt dahinter?

Sofern es sich bei dem Obstbaum nicht um einen Zwetschenbaum der Sorte ‘Moni’ handelt, bei dem eine vorübergehende Gelbfärbug der Blätter sortentypisch und völlig normal ist, weisen gelbe Blätter auf einen Nährstoffmangel hin.

Wir empfehlen Ihnen, zusätzlich zur ohnehin durchzuführenden fachgerechten Düngung im März und Juni, die Verwendung eines eisenhaltigen Präparats.

Mein Obstbaum bekommt nach der Pflanzung braune Blätter. Was kann ich tun?

[Vorbemerkung: Ein Quittenbaum wurde Ende April gekauft und dann in den Garten gepflanzt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Baum schon ausgetrieben und viele Blätter entwickelt.]

Zu Ihrer Beruhigung: Es handelt sich nicht um eine parasitäre Erkrankung, sondern um eine physiologische Störung des pflanzlichen Stoffwechsels. Die Pflanze reagiert darauf mit dem Verbräunen eines gewissen Anteils der Blätter. Das ist ein Schutzmechanismus der Pflanze auf Stresssituationen. Diese könnte im vorliegenden Fall z. B. ausgelöst worden sein durch

  • relativ starken Wind,
  • Trockenstress (auch nur kurzzeitig, hier reichen schon ein paar Stunden) (hier auch noch eine Frage: Sofern der Topfballen bei der Pflanzung recht trocken war, haben Sie ihn vor dem Einpflanzen 10 min in einen Kübel Wasser gestellt?) Es ist nämlich so, dass der Topfballen, wenn er einmal trocken ist, nach der Pflanzung sich auch bei starken Wassergaben nur unzureichend vollsaugt. Zudem wäre es sehr hilfreich, wenn die Bäume einen festen Pfahl bekämen. Nur mit dem Bambusstab fixiert, kann sich der Wurzelballen bei Wind leicht hin- und herbewegen, was den Bodenschluss zwischen gewachsenem Boden und Topfballen vermindert. Dadurch gelangt viel weniger Wasser als sonst möglich aus dem umgebenden Erdreich in den Topfballen, und die Bildung von Faserwurzeln wird deutlich erschwert. Bitte beachten Sie hierzu unsere Ausführungen auf unserer Website unter https://www.obstzentrum.de/fachinformation-obstgehoelze/fachgerechte-pflanzung/ oder in der Broschüre „Obst für kleine Gärten“),
  • zu hohe Nährionenkonzentration (wenn Kompost/organischer/mineralischer Dünger beispielsweise bei der Pflanzung in das Pflanzloch mit eingearbeitet wird, bei mineralischem Dünger auch durch zu hohe Mengen, die oberflächlich ausgebracht und durch Bewässerung in den Wurzelraum gelangen),
  • hohe Sonneneinstrahlung oder
  • Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln, z. B. Seifenlauge, insbesondere bei Applikation während des Tages bei Sonnenschein.

Es ist nun zu empfehlen, den Baum durchgehend feucht zu halten (ohne anhaltende Nässe im Wurzelraum zu erzeugen). Sollte zu viel gedüngt worden sein, müsste der Boden im Pflanzloch entweder ausgetauscht werden, zumindest müsste durch mehrmalige Überschussbewässerung die Konzentration der Nährionen erniedrigt werden (mindestens 5 hintereinanderfolgende Tage wenigstens 30 Liter pro Gabe).

Bei einer Pflanzung nach dem Austrieb treten Schädigungen wie im vorliegenden Fall deutlich häufiger auf als bei Pflanzung in der Vegetationsruhe. Durch den frühen Vegetationsbeginn in diesem Jahr haben wir derzeit schon den Entwicklungsstand von Anfang Juni eines Normaljahres.
Zudem möchte ich Sie darauf hinweisen, dass der Boden in einem Radius von mindestens 1 m um den Baumstamm frei von Grasbewuchs gehalten werden muss. Sie sollten ihre Baumscheibe noch etwas vergrößern.
Ihre Quitte wird sich nach einer Zeit des Etablierens auf dem neuen Standort nach menschlichem Ermessen normal weiterentwickeln. Die jetzt braunen Blätter werden nicht wieder ergrünen, evtl. fallen sie vorzeitig ab. Ein Neuaustrieb wird bei feuchtkühler Witterung noch in diesem Jahr, bei trocken-heißer Witterung in der nächsten Vegetationsperiode erfolgen.

Mein Obstbaum wird gefällt. Kann ich an die gleiche Stelle wieder einen Baum der gleichen Obstart pflanzen?

Prinzipiell ist das möglich, man muss aber einige wenige Punkte beachten:

  1. Entfernen Sie den Wurzelstock so gut wie möglich, am besten mit den dicksten Wurzeln des alten Baumes. Das Loch, das sich dadurch ergibt, füllen Sie mit frischem Boden auf, z. B. aus dem Gemüsebeet. (Verwenden Sie dazu keinen Kompost. Kompost ist ein Dünger, der nur auf die Bodenoberfläche gegeben werden kann.)
  2. In dieses frisch vorbereitete Pflanzloch können Sie ganz normal den neuen Baum pflanzen.

Ausnahme: War der alte Baum am Stamm krank und zeigte er mehrere Jahre immer stärker werdende Absterbeerscheinungen an den Trieben, pflanzen Sie am besten nicht die gleiche Obstart an die Stelle des alten Baumes. Es kann nämlich sein, dass bodenbürtige Bakterien- und Pilzkrankheiten dort überdauern und den jungen Baum schädigen. Besonders problematisch ist das bei Steinobstbäumen (Kirsche, Zwetsche und Pflaume, Mirabelle, Reneklode, Pfirsich, Aprikose). Sind sie z. B. schlagartig im Sommer abgestorben („Schlagsterben“ der Aprikose, „Zwetschensterben“), dürfen keine Steinobstbäume mehr nachgepflanzt werden, denn sie wird das gleiche Schicksal ereilen. Dann pflanzen Sie an diese Stelle lieber einen Kernobstbaum (Apfel, Birne, Quitte). Sie werden meist nicht von den gleichen Wurzelschaderregern befallen.

Kann der Wurzelstock nicht entfernt werden, muss ein Mindestabstand von 1,5 m zwischen jungem Baum und dem Stamm des alten Baumes eingehalten werden.

Mein Säulenapfelbaum trägt nicht. Was ist die Ursache?

Grundsätzlich unterscheidet sich das Wuchsverhalten von Säulenbäumen deutlich von dem von “gewöhnlichen” Apfelsorten. Sorten mit Säulenwuchs (in unserem Sortiment ‘La Torre’ und ‘Boscolina’) weisen deutlich kleinere Internodien auf als “normale” Sorten, sind sozusagen gestaucht. Die Anzahl der Internodien ist bei Säulenapfelsorten und anderen Apfelsorten ähnlich. Nur dass diese bei gewöhnlichen Apfelsorten deutlich länger sind als bei Säulenapfelsorten. Deshalb ist in den ersten Jahren ein Säulenbaum immer kleiner als ein Spindelbaum.

Bäume der Sorte ‘La Torre’ blühen meist spätestens im zweiten Standjahr, genau wie “normale” Apfelsorten. Bisweilen muss man auf die ersten Blüten bei der Sorte ‘La Torre’ aber auch ein wenig warten, im Einzelfall auch einmal ca. 5 Jahre. Das ist genetisch bedingt, eine Laune der Natur sozusagen. Man kann dies nicht beeinflussen und muss sich nur ein wenig gedulden.

Mein Zwetschgenbaum hat gut geblüht und jetzt trotzdem keine Früchte. Warum?

Tragen Pflaumen-, Zwetschen-, Renekloden- oder Mirabellenbäume keine oder nur sehr wenige Früchte, obwohl die Bäume gut geblüht haben und die Blüten nicht durch Nachtfrost geschädigt wurden, ist in den weitaus meisten Fällen ein Schadinsekt verantwortlich: die Pflaumensägewespe. Gegen Ende der Blüte legt die kleine Wespenart ihre Eier an die gerade verblühten Blüten ab. Daraus schlüpfen die Maden, die nacheinander mehrere junge Früchte von innen her auffressen. Die befallenen Jungfrüchte fallen ab. Eine wirksame Bekämpfung ist es, gegen Ende der Blüte, wenn die ersten Blütenblätter fallen, ein Insektenschutznetz auf die Bäume zu legen. So können die Pflaumensägewespen die Blüten nicht erreichen.

Meine Beeren faulen innerhalb weniger Tage. Was kann die Ursache sein?

Hierbei kann es sich um einen Befall mit der Kirschessigfliege handeln. Dieser Schädling vermehrt sich bei mäßiger Hitze und Feuchtigkeit örtlich so stark, dass bereits Ende Juli so gut wie alle reifen Stein- und Beerenobstfrüchte von Maden befallen sein können, was zur vollständigen Fäulnis der Früchte innerhalb weniger Tage führt. In Trockengebieten hingegen tritt die Kirschessigfliege nicht schädigend auf.
Abhilfe schafft hier nur ein entsprechendes Madenschutznetz.

Meine Birnenfrüchte verfärben sich schwarz. Was kann das sein?

Dieses Schadbild ist auf den Birnblattsauger zurückzuführen. Dieser Schädling lässt Blätter und Triebe vieler Birnbäume verkrüppeln und tritt in den zurückliegenden Jahren verstärkt auf, gefördert durch heiße, trockene Witterung. Er entzieht sich durch ein Schutzschild aus Honigtau jeder vertretbaren Bekämpfungsmaßnahme – außer einer: Backpulver fürchtet er wie der Teufel das Weihwasser!

Schäden

  • Die Birnblattsauger übertragen den Erreger des gefürchteten Birnenverfalls auf gesunde Bäume.
  • Die jungen Blätter verkrüppeln und stehen der Pflanze nicht mehr für die Photosynthese zur Verfügung.
  • Mit dem Verkümmern, mitunter sogar Absterben der Triebspitze bilden sich viel weniger Blätter, die Photosynthese betreiben.
  • Die jungen Früchte verkleben und verfärben sich schwarz, weil sich auf dem klebrigen Honigtau Rußpilze ansiedeln. Die Früchte sind meist auch etwas deformiert.

Natürliche Feinde

Die beste Bekämpfung ist, wenn Tiere, die von Birnblattsaugern leben, deren Population dezimieren. Hier spielen verschiedene räuberische Blumenwanzen und auch eine spezielle Erzwespenart eine Rolle.

Backpulver bricht das Schutzschild des schwer zugänglichen Feinds!

Manchmal kommen die Nützlinge zu spät, um Schäden zu verhindern. Insektizide, die gegen den Birnblattsauger wirksam sind, gibt es nicht oder es ist nicht sinnvoll, diese anzuwenden, weil sie gleichzeitig viele Nützlinge schädigen. Aber es gibt ein Geheimrezept: Backpulver!
Backpulver ist in jedem Haushalt zu finden. Lösen Sie 15 g in 1 Liter Wasser auf. Besprühen Sie damit in den späten Abendstunden die Blätter und jungen Triebe. Dies müssen Sie im Abstand von drei Tagen etwa viermal wiederholen. (Auf keinen Fall während des Tages bei Sonnenschein ausbringen, denn dann können Blattverbrennungen auftreten. Dies gilt für alle Behandlungen zum Pflanzenschutz.) Das Backpulver tötet die Birnblattsauger nicht direkt ab. Es löst aber den Honigtau Stück für Stück ab, unter dem die Tiere geschützt sind. Ist dieser abgelöst, trocknen viele der Tiere aus. Den Rest erledigen die Nützlinge. Übrigens machen das viele Obstbauern genauso. Zwar müssen sie dann relativ oft spritzen, was manche Bürger zur falschen Annahme verleitet, der Bauer würde “wieder einmal mit der Giftspritze auf Feld fahren”. Sie sehen: Es kann auch nur Backpulver sein!
Am besten wirkt eine Backpulver-Kur, wenn Sie am Tag nach Regenfällen erstmals behandeln. Dann ist durch den Regen das Schutzschild aus Honigtau schon etwas aufgeweicht.

Fruchtschaden Birnblattsauger
Fruchtschaden Birnblattsauger
Birnblattsauger mit Eiern
Birnblattsauger mit Eiern
Meine Zwetsche Moni bekommt gelbe Blätter: was fehlt ihr?

Keine Sorge, das ist völlig sortentypisch: Nach der Blüte, während der sich der Baum in ein strahlendes Weiß hüllt, färben sich die Blätter Ende April/Anfang Mai goldgelb. Wie ein Ziergehölz leuchten die Triebe aus dem Grün der umgebenden Bäume hervor. Ende Juni werden sie langsam wieder satt grün, ehe sich die Früchte drei Wochen vor der Pflückreife edel blau färben. Die Gelbfärbung der Blätter ist eine Sorteneigenschaft, die immer auftritt, in manchen Jahren mehr, in manchen etwas schwächer ausgeprägt. Es liegt kein Mangel an Nährionen vor, wie man mitunter glauben könnte. Es ist einfach eine Laune der Natur, die ‘Moni®’ uns vorführt!

goldgelbe Blätter von Moni
goldgelbe Blätter von Moni
Früchte von Moni
Früchte von Moni
Meine Äpfel haben einen grauen Belag. Was kann das sein?

Feuchte Herbstwitterung begünstigte die Verbreitung von Pilzen, die auf Äpfeln (und manchmal Birnen) die Regenfleckenkrankheit und Fliegenschmutzkrankheit verursachen. Dabei bildet sich auf der Oberfläche der Früchte ein grauer Bela*g (Regenflecken) bzw. *fliegenschmutzgroße Pünktchen (Fliegenschmutzkrankheit) aus. Durch Abrubbeln oder Polieren lassen sich die Beläge entfernen. Beide Krankheiten sind nur eine optische Beeinträchtigung, weder die Lagerfähigkeit noch der Geschmack werden negativ beeinflusst. Auch handelt es sich nicht um Ablagerungen von Schadstoffen auf den Früchten, wie oftmals vermutet wird.

Regenflecken und Fliegenschmutzkrankheit an einer Apfelfrucht
Regenflecken und Fliegenschmutzkrankheit an einer Apfelfrucht
Meine Äpfel haben glasige Stellen. Warum?

Im Lauf des Sommers lagert der Apfelbaum einen Teil der in den Blättern gebildeten Zucker in die Früchte ein. Dort werden die Zuckermoleküle zu Stärke umgewandelt. So baut sich in der Frucht ein Energievorrat auf, den die Frucht nach der Ernte benötigt, um die Energie für die Reifeprozesse bereitzustellen. Dazu zählen der Abbau von Zellwänden und der Aufbau von Aromastoffen. Nur, wenn die Energiereserven ausreichend groß sind, entwickelt sich eine aromatische, gesunde Genussfrucht.
Ist der Herbst sehr sonnig und die Nächte kühl, kann es vorkommen, dass kurzzeitig zu viel Zucker in den Blättern gebildet und in die Früchte transportiert wird. Dann schaffen es die Zellen der Apfelfrucht nicht schnell genug, aus den Zuckermolekülen Stärke aufzubauen. So reichert sich Zucker in der Frucht an, auch in den Zellzwischenräumen. Einer chemischen Gesetzmäßigkeit folgend sammelt sich dann verstärkt Wasser in diesen Zellzwischenräumen. An diesen Stellen wird das Licht anders gebrochen, und das Fruchtfleisch erscheint glasig, wenn man es durchschneidet.
Glasigkeit ist also keine Erkrankung, sondern ein Zeichen für eine gute Zuckereinlagerung in die Frucht. Oft verschwinden in den ersten Wochen nach der Ernte die glasigen Stellen. Nur bei manchen Sorten und in extremen Fällen führt die Glasigkeit dazu, dass die Früchte sich nicht mehr so gut lagern lassen. Schwacher Fruchtbehang und sortentypische Neigung sind weitere Einflussfaktoren, die beim Auftreten der Glasigkeit eine Rolle spielen.
Übrigens: In Teilen Asiens sind die glasige Früchte wegen ihrer Süße besonders beliebt und werden daher extra teuer gehandelt.

Glasiges Fruchtfleisch bei einer Apfelfrucht
Glasiges Fruchtfleisch bei einer Apfelfrucht